Jennifer Paige - Positively Somewhere - Cover
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Jennifer Paige Positively Somewhere


  • Label: Hollywood Records/EDEL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

1998/99 landete die damals noch völlig unbekannte Jennifer Paige aus Atlanta, Georgia mit „Crush“ einen weltweiten Hit. Auch der Longplayer „Jennifer Paige“, der eine ganze Reihe typischer Teen-Popsongs enthielt, war zumindest durchschnittlich erfolgreich. Doch trotz der hohen Nachfrage legte Jennifer, die zwischenzeitlich als singende Kellnerin im Disney-Streifen „The Country Bears“ ins Filmgeschäft einstieg, erst im Spätsommer 2002 mit ihrem zweiten Album „Positively Somewhere“ nach. Allerdings beinhaltet dieses anders als erwartet keine einfallslose Teeny-Musik, sondern eine breite Palette schöner und weitaus reiferer Pop- und Countrysongs, wobei die Musik selbst wie eine angenehme Mischung aus Shania Twain und Ace of Base klingt.

Ähnlich wie bei Ace of Base herrscht auch auf dieser CD eine positive Grundstimmung. Der Titel ist Programm. Das bloße Zuhören hebt die Laune ungemein - ideal für einen schönen, lauschigen Sommertag daheim oder die Fahrt in den Urlaub. Trotzdem ist die Musik niemals eintönig. Sie überrascht vielmehr mit abwechslungsreichen, sympathischen, teils auch ungewöhnlichen Melodien und hin und wieder etwas Experimentierfreude. Auch das Tempo der einzelnen Songs wird variiert, von langsamen, verträumten Stücken wie „Feel so far away“ bis hin zu netten Mid- und Uptempo-Nummern („Tell me when“). Alle Songs haben einprägsame Refrains, die jedoch nie zu simpel wirken, sondern durch durchdachte Strukturierungen zu gefallen wissen. Insgesamt ist „Positively Somewhere“ eine Sammlung eingängiger Popsongs, die sich hervorragend als Radiomusik eignen und eine gute Alternative zu den vielen, oftmals ideenlosen HipHop- und R&B-Nummern darstellen. Das Album hinterlässt einen einheitlichen Gesamteindruck, und das obwohl fast jeder Track von einem anderen Produzenten aufgenommen wurde. Fünf der insgesamt zwölf Songs wurden von Jennifer selbst mitgeschrieben, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist, denkt man beispielsweise an die ersten Alben von Britney Spears oder die letzten Céline-Dion-Werke.

Jennifers Stimme ist zwar nicht ungewöhnlich gut oder besonders geschmeidig, klingt aber durchweg angenehm und passt hervorragend zum Stil der Kompositionen. Was dem Album leider fehlt, ist eine absolute Hit-Single, ein energiegeladener Beschleuniger, der die CD zu einem echten Kassenschlager machen könnte. Ein Powersong á la „Crush“ hätte her gemusst. Zwar geht der Opener „These days“ in die Rock/Pop-Richtung, doch leider fehlt der nötige Energieschub. Ein Song im Ana-Johnsson- oder Jeanette-Stil wäre hier mit Sicherheit das Richtige gewesen. Stattdessen wartet „Positively Somewhere“ mit einer Menge fröhlicher, aber auch inhaltlich anspruchsvollerer Songs auf, die sich auch zum nebenher laufen lassen eignen. Nur die beiden Stücke „Make me“ und „Not this time“ sind auf Dauer etwas nervig. Einer der besten Songs ist dagegen „Way of the world“, der eine Art Manifestation der guten Laune ist. Die Melodie ist schön und eingängig, die Lyrics originell. Kurzum: der Track ist wohl das Heilmittel gegen alle Depressionen dieser Welt. Im Vergleich zum schönen „Way of the world“ mutet „Vapor“ schon etwas seltsam an. Eine Zeile lautet übersetzt etwa „Ich wär’ ja so gerne Dunst.“ Nun ja. Auch „Feel so far away“ ist ein wunderschönes, verträumtes Lied und gleich der darauf folgende Track, „The edge“ ist eines der Album-Highlights, denn er glänzt durch Ideenreichtum und einen wunderschönen Gesamtaufbau.

Fazit: Trotz kleiner Schwachstellen ist „Positively Somewhere“ eine durchweg empfehlenswerte CD. Freunde von leichter, fröhlicher Pop- und Countrymusic sollten zumindest einmal reinhören. Ich persönlich bin übriges auch nur durch Zufall auf diese CD gestoßen und habe sie mehr oder weniger auf gut Glück gekauft, was kein Fehler war.

Anspieltipps:

  • These Days
  • Way of the World
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