Sum 41 - Chuck - Cover
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Sum 41 Chuck


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Kanadas Highschools sind mitunter sicher ziemlich öde. Warum nicht eine Band gründen, um der Langeweile zu trotzen? Das denken sich Deryck Whibley und Steve Jocz 1996 und stellen eine Band innerhalb von 41 Tagen zusammen. Also nennt man sich kurzerhand Sum 41 und spielt Punk, obwohl die eigentlichen Vorbilder im Metal-Bereich liegen. Nach einigen Auftritten wird das erste Label hellhörig und nimmt die Jungs unter Vertrag. „Half Hour Of Power“ erscheint nach der Jahrtausendwende. Die Scheibe wird zumindest in Übersee zum Erfolg. Weltweite Popularität erlangen die vier Rotzlöffel erst mit der Single „Fat lip“ vom ein Jahr später erschienenen „All Killer No Filler“. Die LP verkauft sich so gut, dass wieder nach etwa zwölf Monaten das dritte, mit stellenweisen Heavy-Metal-Passagen versetzte, „Does This Look Infected?“ veröffentlicht wird. Die Verkaufszahlen sind rückläufig und Sum 41 gönnt sich eine kleine Verschnaufpause. Warum die gerade im Kongo abgehalten wird um die Organisation „War Child“, die sich mit dem dort seit 1998 herrschenden Bürgerkrieg befasst, zu unterstützen, ist fraglich. Knapp entrinnt das Quartett dem Tod, als es bei zwei verfeindeten Volksgruppen zwischen die Fronten gerät. Der Retter in der Not, Chuck Pelletier (seines Zeichens UNO-Beauftragter) bringt sie aus der Gefahrenzone und wird als Titelträger des vierten Studioalbums gewürdigt.

Soviel zur Entstehungsgeschichte der vorliegenden 14 Tracks. Und was bieten diese nun? Beginnen wir mal chronologisch mit dem „Intro“. Klingt irgendwie vertraut, oder? Das hat man doch schon mal auf dem 1988-er Longplayer „... And Justice For All“ von Metallica in dieser oder einer ähnlichen Weise vernommen – oder liegt eine Verwechslung vor? Eigentlich nicht weiter wichtig, weil die Einleitung sowieso nur 46 Sekunden dauert. Also weiter zu „No reason“. Hab ich jetzt versehentlich Papa Roachs „Infest“ eingelegt? Nein. Nach ein paar Momenten setzen „Hey“–Rufe ein und Deryck fängt an ihn typischer Manier seinen Text zum Besten zu geben. Also nichts wirklich Neues und ein geklautes Papa-Roach-Riff. Na dann weiter. Verdammt, habe ich im Wechsler noch „Chop suey“ von System Of A Down? Nein, schon wieder was geborgt. Langsam wird’s unheimlich! Bei „Angels with dirty faces“ wurde aber schon wieder bei Papa Roach geklaut! Gab’s deren Debüt in Kanada während der Sommerferien im Sonderangebot? Und wieso trägt der Song denselben Titel wie ein Album der Sugababes? Nicht weiter wundern, es kann ab jetzt nur mehr besser werden.

„Some say“ klingt zwar nett, aber gab’s auch schon. Und zwar von Sum 41. Wie? Covern sie sich jetzt selber? Natürlich nicht! Sie nehmen sich nur den gesamten Aufbau eines „Handle this“ und versetzen das Ganze mit einem neuen Text. Im Prinzip ist es ja egal, ob man „Cause I will bring you down / I don´t wanna miss / I don´t think you can handle this” oder „Think before you make up your mind / You don´t seem to realise / I can do this on my own” singt. Vor Originalität strotzt das neue Machwerk daher nun wirklich nicht.

Auf zu „The bitter end“! Das Placebos letzte Single so hieß, stört jetzt auch nicht mehr, vielmehr der geborgte Anfang von Metallicas „Through the never“ (zu finden auf der selbstbetitelten ’91er LP). Kennen Sum 41 die Guano Apes und deren „Open your eyes“ oder heißt Song Nummer 7 nur wieder zufällig so? Zumindest klingt der Rest wieder nach Sum 41. Bedeutet aber auch nur, dass man mit dem vorigen Album genauso gut bedient wurde. Eine Frage stellt sich jetzt natürlich nach diesem mehr als enttäuschenden, von überall her abkupferndem Album: Soll das dargebotene Material zeigen, dass Sum 41 im Angesicht des Todes die großen Stationen ihres Lebens durchlaufen haben und dass sie das nun in Form von Musikzitaten darstellen wollten? Man weiß es nicht so genau…

Anspieltipps:

  • No Reason (Papa Roach – „Infest”)
  • Some Say (Sum 41 – „Handle this”)
  • The Bitter End (Metallica – „Through the never”)
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