Gamma Ray - Majestic - Cover
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Gamma Ray Majestic


  • Label: Mayan/Sanctuary
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Leichte Abnutzungserscheinungen im Hause Gamma Ray.

Nachdem Bandleader Kai Hansen anno 1988 die bis dato unangefochtenen Power-Metal-Könige Helloween verließ, etablierte er mit Gamma Ray eine Band, die es national wie international zu großem Ruhm bringen sollte und inzwischen in einem Atemzug mit Iron Maiden, Judas Priest & Co. genannt werden muss.

Mit „Heading For Tomorrow“ (1990) und „Land Of The Free“ (1995) wurden Heavy-Metal-Klassiker komponiert, denen alle anderen Werke der Bandgeschichte qualitativ in nichts nachstehen. Nach nunmehr sieben regulären Studio- und zwei Live-Alben sowie einem „Best Of“ wollen die Strahlenden mit dem mit „Majestic“ schüchtern betitelten achten Studio-Output ihrem Schaffen die Krone aufsetzen.

Wie gewohnt hält Kai Hansen das Zepter fest in der Hand. Er schreibt die meisten Songs, verfasst den Großteil der Texte, singt und spielt auch noch Gitarre. Stilistisch wildert er in denselben betont düsteren Gefilden, aus denen schon „No World Order“ (2001) hervorging, was eine deutliche Abgrenzung zum selbstironischen Kindergartenmetal der Marke Edguy zufolge hat, zumal man technisch bedeutend professioneller und ausgereifter zu Werke geht. Allerdings sind diese Tatsachen bei weitem die einzigen positiven Aspekte, die man „Majestic“ abgewinnen kann. Sicher ist, dass Fans der ersten Stunde das geboten bekommen, was sie erwarten dürfen – aber leider auch nicht mehr. Die meisten Songs klingen entweder wie Abfallprodukte von „No World Order“ oder wärmen lediglich Ideen aus vergangenen Tagen bzw. von anderen Bands auf. Technisch über jeden Zweifel erhaben, aber wirklich hängen bleibt wenig.

Das Werk böte sich daher fabelhaft für einen Verriss an, aber den hat weder die Band noch das Album verdient. Denn schlecht ist das ja alles nicht wirklich, aber zwingende Hits sucht man eben auch vergebens. Am gefälligsten tönen da noch „Fight“, „Blood religion“, „Condemned to hell“ und „How long“ aus den Boxen. Mit „Revelation“ wollte man wohl den Versuch unternehmen, ein zweites „Armageddon“ zu schaffen, was man allerdings nur als gescheitert ansehen kann. Lieber Kai Hansen, wäre nach einer vierjährigen Schaffenspause wirklich nicht mehr drin gewesen? Warum geht man so sehr auf Nummer Sicher? Wieso schwächeln sogar die sonst immer so großartigen Refrains? Und wo ist überhaupt die obligatorische Ballade abgeblieben?

Auch nach mehreren Durchgängen muss man sich damit abfinden, dass „Majestic“ eine der schwächeren CDs aus dem Hause Hansen ist. Vielleicht ist der Absturz in die Mittelmäßigkeit dem eigenen Anspruch zuschulden, denn ein so betiteltes Album kann sich nur schwer selbst gerecht werden. Vielleicht hat Hansen aber auch einfach nur Moos angesetzt. Früher erschienen Neuveröffentlichungen im Zweijahresrhythmus; innerhalb von vier Jahren kann man da schon mal aus der Übung kommen und etwas einrosten. „Majestic“ jedenfalls wirkt abgenutzt und ausgelaugt. Und kann darum nur denjenigen empfohlen werden, die alles brauchen, was nach Power- und Heavy Metal klingt.

Anspieltipps:

  • Fight
  • How long
  • Blood religion
  • Condemned to hell
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