AC/DC - Black Ice - Cover
Große Ansicht

AC/DC Black Ice


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 56 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Black Ice“ pendelt sich auf einem guten bis sehr guten Level ein.

Nach acht Jahren Wartezeit veröffentlichen AC/DC mit „Black Ice“ endlich ihr 15. Studioalbum. Und wer hätte gedacht, dass die nicht mehr ganz so jungen Männer um Energiebündel Angus Young (53) noch mal für so einen Wirbel an den Konzert- und Elektro-Markt-Kassen sorgen würden? Die Deutschland-Tour war innerhalb von 12 Minuten ausverkauft und einige Läden öffneten am Erstverkaufstag zum gepflegten Mitternachtsverkauf die Pforten für die darbenden AC/DC-Fans.

Unglaublich, denn nach so einem Triumph sah es nämlich lange Zeit nicht mehr aus. Die vorangegangenen Alben „Ballbreaker“ (1995) und „Stiff Upper Lip“ (2000) waren zwar auf einem befriedigenden Niveau, aber an die Kracher aus den 70er und 80er Jahren kamen sie nur selten heran. Aus diesem Grund galt es etwas gutzumachen, wenn AC/DC nicht wie die Rolling Stones enden wollen, die als Aufhänger für ihre niemals endende letzte Tournee ein „ganz nettes“ Album nach dem anderen auf den Markt bringen.

Für diese Mission wurde mit Brendan O’Brien (Bruce Springsteen, Pearl Jam, Limp Bizkit, Audioslave) ein Produzent und Toningenieur verpflichtet, der AC/DC nicht nur aus der Sackgasse des hölzernen Dampfhammer-Hardrocks herausholen, sondern auch wieder einen warmen und zugleich fetten Sound der Marke Doppelrahmstufe kreieren sollte. Und beides ist ihm gelungen! Mit einem guten Schuss Blues ausgestattet, klingen viele der neuen Songs heuer ausgefeilter und im Zusammenspiel der Gitarren von Malcolm und Angus Young ist wesentlich mehr Detailverliebtheit auszumachen. Zwar suggerieren Titel wie „Rock’n’Roll train“, „She likes Rock’n’Roll“, „Rock’n’Roll dream“ und „Rocking all the way” auf den ersten Blick eine etwas eindimensionale Marschrichtung, doch die Kniffe stecken, wie gesagt, im Detail.

AC/DC gehören zu der Gattung Rockband, die besonders junge Musiker mit ihrem ganz speziellen Sound inspirieren. An das Original sind Nacheiferer wie z.B. The Poor, New American Shame oder jüngst Airbourne allerdings bis jetzt nie herangekommen, da die werten Kollegen allzu oft den Fehler machen, ihre Songs bis an die Decke mit Riffs zu beladen. Wie es richtig geht, zeigen AC/DC auf „Black Ice“ mit Songs wie „Big Jack“, „Skies on fire“ oder „War machine“. Hier leistet die Rhythmusabteilung die meiste Arbeit, indem sie die Songs im stoischen Takt eines schnaufenden Schiffsdiesels nach vorne treibt. Die Gitarren suchen sich daraufhin ihre Freiräume, um Riffs und Soli wirkungsvoll zu platzieren. Dadurch klingen die Kompositionen luftiger und nicht wie unter Dauerstromzufuhr eingeholzt.

Ab und an fällt die Fluffigkeit in Songs wie „Smash’n’Grab, „Anything goes“ und „She likes Rock’n’Roll“ vielleicht etwas zu arg aus, aber AC/DC unterschreiten dabei nie ein gewisses Niveau, das ein überdurchschnittliches Album haben muss. Somit pendelt sich „Black Ice“ auf einem guten bis sehr guten Level ein, das zwar kein Klassikerpotenzial verspricht, aber mehr Substanz hat als das hölzerne „Stiff Upper Lip“-Album.

Anspieltipps:

  • Decibel
  • Big Jack
  • Black ice
  • War machine
  • Spoilin’ for a fight

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7.5/10

The Final Countdown: 30th Anniversary Show Live At The Roundhouse
  • 2017    
Diskutiere über „AC/DC“
comments powered by Disqus