Erasure - Nightbird - Cover
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Erasure Nightbird


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Hoffen wir das Beste und setzen für einen Augenblick die rosarote Brille auf, lauschen den Klängen der beiden Jungs und wünschen alles Gute.

„Talking to the songbird yesterday“ … ach ne, dass waren die anderen beiden Engländer – sind sich halt zum verwechseln ähnlich. Fakt ist, dass Vince Clarke und Andy Bell – besser bekannt als Erasure – Ende Januar ihr neues Album mit dem Titel „Nightbird“ auf den Markt bringen und damit unter Beweis stellen wollen, dass sie auch nach rund 20 Jahren im Geschäft nicht zum alten Eisen gehören.

Angefangen hatte damals alles im März 1985. Da suchte der ehemalige Depeche Mode- und Yazoo-Mastermind Vince Clarke nämlich über eine Annonce im britischen Musikmagazin „Melody Maker“ nach einem Sänger für ein neues Musikprojekt und fand schließlich Andy Bell: Erasure war geboren. Heute, 20 Jahre später, blicken Erasure auf über 25 Millionen verkaufte Tonträger, fünf Nr. 1-Alben, zehn Top 10-Alben, 16 Top 10-Singles und 29 Hit-Singles in Folge zurück. Songs wie „Victim of Love“, „Sometimes“, „Stop! “, „Ship Of Fools“, „A Little Respect“, „Oh L´Amour“, „Blue Savannah“, „Chains Of Love“ oder „I Love To Hate You“ zeigen, dass Erasure immer wieder in der Lage sind, neue Maßstäbe zu setzen. So auch mit der EP „Abba-esque“, die in England auf Platz eins, in Deutschland auf Platz zwei chartete, und die schwedische Pop-Formation lange vor Abba-Musical und Abba-Revival auf die wunderbarste Weise ehrte, die einem Künstler zuteil werden kann: musikalisch. Ein Prinzip, das Erasure auch auf ihrem Album „Other People´s Songs“, welches eigentlich als Solo-Projekt von Andy Bell geplant war, erfolgreich weiterverfolgte.

Nun kommt mit „Nightbird“ pünktlich zum 20. Jubiläum ihr neues Album auf den Markt und präsentiert zwar nichts neues, dafür aber den von vielen so heiß geliebten Syntie-Pop, welcher so wunderbar mit den Vocals von Andy Bell harmoniert. Breitgefächerte Chorarrangements und wenig Akkordwechsel im Opener „Breathe“, schöne Liebestexte in „Because Our Love Is Real“ oder „Don’t Say You Love Me“. Es hätte so schön sein können, wäre da nicht die schockierende Nachricht, Andy Bell ist an Aids erkrankt. Und so könnte es sich bei „Nightbird“ schon um das letzte Album der beiden Briten handeln. Hoffen wir das Beste und setzen für einen Augenblick die rosarote Brille auf, lauschen den Klängen der beiden Jungs und wünschen alles Gute.

Anspieltipps:

  • No Doubt
  • I’ll Be There
  • I Bet You’re Bad At Me
  • Don’t Say You Love Me
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