The Killers - Hot Fuss - Cover
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The Killers Hot Fuss


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Viva Las Vegas! Casinos, Stripbars, Blitzhochzeiten und BritPop. Wie bitte? BritPop? Ja, The Killers machen Indierock - und britischer könnten es nicht mal die Briten machen. „Hot Fuss“ ist so tanzfröhlich wie Franz Ferdinand und so melancholisch wie der Postpunk der 80er Jahre. Man nehme New Order, Pulp, Blur, The Cure, Oasis, Suede und The Strokes. Was wie die Playlist eines Indiefans aussieht, sind einige der Referenzen, die der Hörer bei „Hot Fuss“ wieder findet. The Killers haben sogar ihren Namen von der gleichnamigen Fakeband aus dem New Order Video zu „Crystal“ übernommen, womit sie ihren Jugendhelden Tribut zollen.

Die Platte beginnt mit dem perfekten „Jenny was a friend of mine“, ein Lied mit 80er Retro-Sound über Mord, dass stark an Duran Duran erinnert. Mark Stoermer´s Bass reißt von Anfang an mit und leitet weiter zu dem besten Lied der Platte „Mr. brightside“, die zweite Single der vier Jungs. Brandon Flowers singt mit leichter Paranoia in der Stimme zu charmantem Synthie-Pop über Beziehungsstress und Eifersucht. Ähnlich ergeht es mit dem Ohrwurm „Somedody told me“, über androgyn aussehende Boyfriends. Ein Lied, das in jedem Indieclub sofort die Tanzfläche füllt und Pulp Mitte der 90er auch gerne gemacht hätten: „Somebody told me / You had a boyfriend / Who looks like a girlfriend / That I had in February of last year“. Insgesamt sind die Texte leicht und locker und gewiss keine literarischen Meisterwerke. Dafür lassen Brandon Flowers (Vocals, Keyboards), David Keuning (Gitarre), Mark Stoermer (Bass) und Ronnie Vannucci (Drums)musikalisch die Funken sprühen.

Insgesamt elf Songs befinden auf dem Killers-Debüt, wovon mindestens sieben sehr zu empfehlen sind. Die einzige Schwachstelle an „Hot Fuss“ ist die etwas einfallslose Produktion. Zudem ist die Reihenfolge der Songs ist nicht gut gewählt. Bis zum fünften Track baut sich eine sehr große Euphorie beim Hörer auf, die dann Stück für Stück nachlässt. Wäre „Hot Fuss“ als EP erschienen, hätte das Album glatte 10 Punkte verdient. Dass sich die Bewertung trotzdem im oberen Bereich einpendelt, liegt daran, dass zwischendurch noch einzelne Stücke wie „On top“ oder „Midnight show“ überzeugen können. Auf Songs wie das finale „Everything will be alright“ hätte allerdings verzichtet werden können. Doch das soll den Hörer der CD nicht weiter stören.

Bleibt am Schluss noch eine Frage: Welche der heiß gehandelten Newcomer-Bands des Jahres 2004 werden den Hype überleben und noch ein zweites tolles Album rausbringen? Die „Las Vegas Briten“ The Killers haben auf jeden Fall das Zeug dazu, denn „Hot Fuss“ macht süchtig. Warum sonst sollte man sich ein Album anhören, auf dem ein amerikanischer Sänger versucht, mit britischem Akzent zu singen. Klauen The Killers einfach schamlos gut oder haben sie durch musikalische Schizophrenie ihre eigene Identität geschaffen? Tatsache ist, dass „Hot Fuss“ nicht umsonst (etliche Monate nach der Veröffentlichung) auf Platz 1 der UK Charts gelandet ist. Bleibt zu hoffen, dass der Mainstream auch in Zukunft von solch guter Musik profitieren kann.

Anspieltipps:

  • Mr. Brightside
  • Somebody Told Me
  • Believe Me Natalie
  • All These Things I´ve Done
  • Jenny Was a Friend of Mine
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