Will Smith - Lost And Found - Cover
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Will Smith Lost And Found


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ich möchte nicht, dass meine Kinder irgendwann einmal falsch von mir denken und mit dem Wissen aufwachsen, dass ihr Vater eine ebenso inkorrekte Einstellung an den Tag legt, wie das bei so vielen Rappern heutzutage der Fall ist.“ So, oder so ähnlich, äußerte sich Herr Smith zum „Streitfall Eminem“ und auf die Vorwürfe, seiner Musik würde es an Inhalten und sogenannter Credibility (Glaubwürdigkeit) fehlen. Und alles nur, weil sich Will weigert branchenübliche Fäkalausdrücke und die ein oder andere persönliche Anfeidung in seinem Liedgut unterzubringen.

Ob seine Mucke nun „real“ ist oder nicht, hat bis jetzt keinen so wirklich gejuckt. Will's Musik hat bis jetzt auch immer nur ein Ziel verfolgt: zu unterhalten. Denkt man an Tunes wie „Miami“, „Men in black“ oder „Gettin' jiggy with it“ hat er das bis jetzt ohne Zweifel auch immer ganz gut geschafft. Hört man eine Will-Smith-Platte, weiß man einfach, was man hat und ganz bestimmt nicht will, nämlich das verbale Steinschmeißen nach anderen Rappern, politische Statements oder dämliche Randgruppenwitze.

So und nicht anders ist es nun auch wieder auf Will Smiths neuem Werk „Lost And Found“. 16 gutgelaunte Tracks aus der altbewährten Entertainmentrap-Fabrik. Vornweg die erste Singleauskopplung „Switch“. Ein Stück für heiße Clubnächte oder den feuchtfröhlichen Abi-Ball, ein Song, der von ganz allein die Hüften und auch das restliche Zubehör wackeln lässt. Und gerade dies ist die große Stärke von „Lost and Found“, denn genau so steht es mit jedem einzelnen Track auf dem neuen Silberling. Ob nun „Party starter“ oder „Pump ya brakes“, es wird für Kopfnicker aller Geschmacksrichtungen gepflegte Beatunterhaltung geboten.

Raggaeinflüsse, Streicherelemente und Gastauftritte von alten Bekannten wie Snoop Dogg und Jezzy Jeff wissen zu überzeugen. Im Repertoire befinden sich aber auch Leckerbissen für die Nachdenklichen unter den Hoppern. So zum Beispiel „Loretta“ oder „Tell me why“, ein von Mary J. Blige untermalter Song, der sich mit den Problemen eines Vaters in der kindlichen Erziehung auseinandersetzt („September 11th, I woke up about 7 am, west coast time, French toast and my Turkey bacon, taking my time, awakin', turning my TV on. To my surprise, saw what everybody in the world saw. Me & my children, images were chillin'. My son said, ‘Daddy were there people in that building?’)

Einzig und allein die Tatsache, dass sich Herr Smith auf „Lost And Found“ doch eher auf durchschnittlicher Rapebene bewegt und nach mehrmaligem Hördurchlauf etwas der Tiefgang sowie ein frischerer Akzent in den Lyrics fehlen, wissen den Spaß ein wenig zu dämpfen. Aber wer erwartet bei einem Will-Smith-Longplayer schon moderne Prosa oder ein philosophisches Jahrhundertwerk!? Niemand! Wir erwarten eine solide, keine wegweisende, Rapscheibe. Einen Longplayer, bei dem man den Kopf auch mal ausschalten kann und nicht zwischen den Zeilen lesen muss. Und das hat unser Will mit „Lost And Found“ auch ganz gut geschafft.

Anspieltipps:

  • Switch
  • Pump ya Brakes
  • Wave Em Off
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