INXS - Switch - Cover
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INXS Switch


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Acht Jahre war die australische Band INXS weg vom Fenster, brachte kein neues Album heraus und wurde von vielen als erledigt angesehen, zumal das letzte Werk „Elegantly Wasted“ (1997) nicht unbedingt zu den allerbesten von INXS gezählt werden kann. Nein, diese Gruppe hatte keiner mehr auf der Rechnung. Was sollte nach dem tragischen Tod von Sänger und Aushängeschild Michael Hutchence auch noch kommen?

Ein lauer Aufguss wurde befürchtet oder noch schlimmer, dass die Band ihren guten Ruf aus 25 Karrierejahren, mit weit über 30 Millionen verkauften Alben und mehr als 25 Millionen Konzertbesuchern, zerstören würde. Und dann passierte es doch. In der TV-Show „Rock Star: INXS“ wurde ein großangelegtes Casting organisiert, bei dem unter Tausenden von Bewerbern nach einem neuen Sänger für INXS gesucht wurde.

Das Rennen machte ein gewisser J.D. Fortune (31) aus Kanada, der INXS-Gitarrist Tim Farriss auf Anhieb überzeugte. Vorher musste er sich aber noch gegen 14 weitere Finalisten in der live ausgestrahlten TV-Show durchsetzen. Als er auch diese Hürde genommen hatte, begannen in Los Angeles sofort die Songwritingsessions für das neue Album, in die sich J.D. Fortune aktiv einbrachte. Als endgültiger Produzent und Co-Songwriter fungierte Hit-Garant Guy Chambers (Robbie Williams, Melanie C., Natasha Bedingfield), nachdem im Vorfeld rund 60 Tracks mit anderen Songwritern (darunter Gregg Alexander, Desmond Child, The Matrix) ausgearbeitet wurden. In der Besetzung J.D. Fortune (Vocals), Andrew Farriss (Keyboards/Gitarre), Tim Farriss (Gitarre), Jon Farriss (Drums), Garry Beers (Bass) und Kirk Pengilly (Gitarre/Saxophon) entstanden in der Rekordzeit von sechs Wochen elf Stücke, die rund zwei Monate nach dem Show-Finale unter dem Albumtitel „Switch“ in die Läden kamen.

Die verblüffende stimmliche Nähe zwischen Michael Hutchence und J.D. Fortune ist das erste, was positiv an „Switch“ auffällt. Auch ihren treibenden Pop/Rock („Devil’s party“), gewürzt mit funky Bläserriff („Perfect strangers“), hat die Band beibehalten. Schnell wird deutlich, dass sich INXS trotz eines Neuanfangs auf gar keinen Fall von ihrem Sound verabschieden wollen. Und das ist auch gut so. Warum alles umkrempeln, wenn man sich seiner selbst sicher ist? Dass dabei auch ein paar schwächere Stücke wie „Remember, who’s your man“ oder „Never let you go“ auf das Album gerutscht sind, verzeiht man der Band jedenfalls gerne. Liefert sie doch mit „Afterglow“ und „God's top ten“ zwei hymnische Halbballaden und obendrauf diverse gelungene Stadionrocker ab („Pretty Vegas“, „Hot girls“, „Hungry“). Das ist natürlich kein überragender Neustart und schon gar nicht als Weiterentwicklung zu werten, aber als solides Popalbum macht „Switch“ zumindest soviel Spaß, dass man sich ein Weiterleben von INXS wünscht

Anspieltipps:

  • Hungry
  • Afterglow
  • Pretty Vegas
  • God's top ten
  • Like it or not
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