Tears For Fears - Everybody Loves A Happy Ending - Cover
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Tears For Fears Everybody Loves A Happy Ending


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Roland Orzabal trifft Curt Smith – Tears For Fears 2005 forever!

Man hätte ja in diesem Jahre vieles erwarten können. Na ja, es ist ja erst ein Drittel vergangen, da kann ja durchaus noch einiges passieren. Obwohl, ich muss gestehen, dies wäre mir wirklich nicht in den Sinn gekommen, dass sich zwei der größten Rock- und Popmusiker wieder zusammenfinden würden. Durchaus ein Highlight für die Musikwelt. Roland Orzabal trifft Curt Smith – Tears For Fears 2005 forever!

Was waren das für Zeiten. Damals flimmerten ihre Songs regelmäßig auf der Mattscheibe. Ihre Musikvideos waren Kunst. Bereits mit ihrem Debütalbum „The Hurting“ sorgten Tears For Fears mit anspruchsvollen, elektronisch beeinflussten Popsongs für Furore. Die Singles „Mad World“ und „Pale Shelter“ platzierten sich auf Anhieb in den Charts. Den Vogel schossen die beiden jedoch schon mit dem Nachfolger „Songs From The Big Chair“ ab. Eine internationale Sensation. Tears For Fears landeten mit den Auskopplungen „Shout“, „Everybody Wants To Rule The World“ und „Head Over Heels“ Welthits und mutierten in Kürze zu Superstars. Gleichfalls das dritte Album festigte ihre Position. Die Single „The Seeds Of Love“ ist noch heute ein immer wieder gern gespielter Partyhit.

Tears For Fears sorgten nicht nur mit ihren Alben für frischen Wind im Show Biz, auch ihre Live-Konzerte hinterließen Spuren. Doch wie es eben so kommt. Kaum den Zenit des Erfolgs erklommen, packt einer plötzlich und unerwartet seine Koffer. Manch einer wird sich noch an das legendäre, auch via TV in alle Welt übertragene Konzert erinnern. Knebworth 1990 – Genesis, Dire Straits, Pink Floyd, Joe Cocker, Rod Stewart, Eric Clapton, Paul McCartney und viele mehr waren am Start. Natürlich auch Tears For Fears. Doch kaum war das Konzert beendet, packte Curt Smith seine Koffer und verschwand auf nimmer Widersehen. Der übrig gebliebene Roland Orzabal versuchte zu retten, was noch zu retten möglich war, und lieferte mit drei Alben unter dem Namen Tears For Fears gefällige Songs ab. Doch den wahren Fan konnten diese Produktionen nur bedingt bei Laune halten. Des Komponierens und Tourens müde, zog es Roland Orzabal1996 dann zurück an den heimischen Herd nach Bath. Erst 2001, dummerweise genau am 11. September, präsentierte Roland sein erstes Soloalbum „Tomcats Screaming Outside“. „Klasse Timing“, heute sein Kommentar dazu.

Curt Smith versuchte zu dieser Zeit sein Glück in New York. Nachdem sein erstes Solowerk floppte, gründete er mit ein paar Jungs die Band Mayfield – eine reine Clubband. Dann passierte es eben nach vielen Jahren getrennter Wege. Geschäftlich standen sie zwar regelmäßig in Kontakt, doch nach dem hundertsten Mal der Anfrage: „Könntet Ihr nicht vielleicht wieder etwas zusammen machen?“, setzten sich die beiden schlussendlich wieder zusammen. Nach dem Motto: „Worüber machen wir uns eigentlich Sorgen?, verkrochen sich Roland Orzabal und Curt Smith im Studio und ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Nun liegt das Album vor und es schlägt dem Fass den Boden aus.

Mit „Everybody Loves A Happy Ending“ – ein perfekt gewählter Titel – schwimmen die beiden wieder auf der gleichen Elektro-Poprock Welle, wie zu besten Zeiten. Auch wenn die Zeit nicht stehen geblieben ist, diese Songs werden ihre Fans erreichen. Herausgekommen sind Songs, die wir lange vermisst haben. Edle Kompositionen, eingängige Melodien, Fragmente von Lennon und McCartney, farbenfrohes und frisches Popmaterial, dass einfach nur mitreißt. Ein Hauch Moderne darf natürlich nicht fehlen. „Sowing The Seeds Of Love“ war gestern. Heute dringen Melodien an unser Ohr, die schon seit vielen Jahren nicht mehr geschrieben wurden. So die kürzliche veröffentlichte Single „Closest Thing To Heaven“, ein Song, der durch seine auffällige Melodie sofort im Hirn hängen bleibt. „Everybody Loves A Happy Ending“, der Titeltrack, und „Call Me Mellow“ verströmen eine gewaltige Stimmung aus guten alten Beatlestagen. Wie schon auf „The Seeds Of Love“, erinnern immer mal wieder kleine Teilfragmente an Lennon und McCartney. Stimmungsvolle Harmonien, die Qualität beweisen. Dies hat nix mit „Diebstahl“ zutun, vielmehr versprühen Orzabal und Smith wunderbar den Charme dieser glorreichen Zeit.

Auch wenn der Einstieg ins Album einen mehrmaligen Anlauf benötigt, so kristallisieren sich von Mal zu Mal die kompositorischen Feinheiten leise und unaufdringlich heraus. Spätestens jedoch ab „Who You Are“ und „The Devil“ schwebt man auf gleicher Wellenlänge. Stimmungsvoll und graziös erinnern die beiden Protagonisten an die achtziger Jahre. Auch wenn sich kein Hit wie „Everybody Rules The World“ oder „Shout“ findet, so besticht „Everybody Loves A Happy Ending“ durch seine Kompaktheit. Durch die Bank weg ein herausragendes Album, gespickt mit einfühlsamen, faszinierenden Melodien die sich im Kopf festsetzen. Songs die erfrischen und beleben, und den Alltagstrott vieler Produktionen vergessen lassen. Tears For Fears 2005 – eine musikalische Wiedervereinigung, die manches Herz höher schlagen lässt. Eine fruchtbare Partnerschaft.

Anspieltipps:

  • Everybody Loves A Happy Ending
  • Closest Thing To Heaven
  • Who Killed Tangerine?
  • Ladybird
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