Life Of Agony - Broken Valley - Cover
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Life Of Agony Broken Valley


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier geht es nicht um eine dieser überflüssigen Reunions, um die Bankkonten aufzufüllen. Nein, hier kommt zusammen, was zusammen gehört!

Als er ging, ging nichts mehr. Die New Yorker Band Life Of Agony steht und fällt ganz einfach mit ihrem Sänger Keith Caputo. Das ist die Zusammenfassung der letzten acht Jahre in der Geschichte von Joey Z (Gitarre), Sal Abruscato (Drums), Alan Robert (Bass) und eben Keith Caputo (Vocals).

Life Of Agony debütierten 1993 mit „River Runs Red“ in Mitten der Grunge-Hysterie. Die vier Freunde stachen mit ihrem Sound allerdings aus der breiten Masse der Depri-Rocker hervor, da sie nicht einfach auf den fahrenden Erfolgszug dieser Tage aufsprangen. Deshalb rannte ihr hoch emotionaler Emo-Crossover-Rock offene Türen bei unzähligen Rockfans ein, die auch die Nachfolger „Ugly“ (1995) und „Soul Searching Sun“ (1997) begeistert aus den Regalen der CD-Läden rissen. Dann der Schock: Caputo verlässt die Band und taucht ab. Diese versucht es mit Ex-„Ugly Kid Joe“-Sänger Whitfield Crane als Ersatz, scheitert aber grandios an der Missachtung der eigenen Fans. 1999 ist endgültig Schluss und die Plattenfirma beginnt mit einer gnadenlosen Ausbeutung des Backkataloges. Zuerst erscheint mit „1989 - 1999“ (1999) eine Demo- und Raritätensammlung, der ein Jahr später der Konzertmitschnitt „Unplugged At The Lowlands Festival ’97“ folgt.

Sänger Keith Caputo bringt derweil sein grandioses Soloalbum „Died Laughing“ (2000) auf den Markt – das in drei (!) verschiedenen Versionen erscheint. Die Ex-Kollegen haben inzwischen mit Mitgliedern von Stuck Mojo die Band Stereomud ins Leben gerufen, die zwei Alben („Perfect Self“, 2001 und „Every Given Moment“, 2003) herausbringt. Wirklich glücklich ist aber keiner der ehemaligen Life Of Agony Musiker, sodass man für den 3. und 4. Januar 2003 zwei LOA-Reunion-Shows ankündigt, um zu sehen, ob das alte Feeling noch vorhanden ist. Der Event ist innerhalb von 20 Minuten ausverkauft, die alte Chemie wieder da. Life Of Agony sind plötzlich und unerwartet zurück! Die Band spielt weitere Gigs, von denen das Live-Album „River Runs Again: Live 2003“ zeugt und beginnt sich im Oktober 2004 mit Produzent Greg Fidelman (Jet, Audioslave, Slipknot) in ein Studio in Kalifornien, wo das Album „Broken Valley“ aufgenommen wird. Eine der beliebtesten Bands der 90er Jahre ist endlich zurück – und zwar (fast) völlig balladenfrei (einzige Ausnahme: „No one survives“) und mit einer Härte, die an Bands wie Soundgarden („Wicked ways“, „Junk sick“), Audioslave („The day he died“, „No one survives“), Queens Of The Stone Age („Last cigarette“) und die Stone Temple Pilots („The calm that disturbes you“) erinnert.

Hier geht es nicht um eine dieser überflüssigen Reunions, um die Bankkonten aufzufüllen. Nein, hier kommt zusammen, was zusammen gehört! Von Anfang an machen Life Of Agony ordentlich Druck, wie auch schon die erste Singleauskopplung „Love to let you down“ beweist, die als riff-schwangerer Alternative Rocker daherkommt. Der alte Leidensgenosse Keith Caputo brüllt seine Wut heraus und suhlt sich nicht wie früher im eigenen Kummer. So hat er „The day he died“ anscheinend seinem Vater gewidmet, der genau wie seine Mutter an einer Überdosis Heroin starb. Aber wie schon gesagt: geheult wird nicht! Dafür wird lieber kraftvoll abgerockt („Strung out“) und den Fans die volle Breitseite gegeben. „Broken Valley“: ein nicht alles überragendes, aber am Ende doch so gutes Comeback, dass die LOA-Fans voll zufrieden sein können.

Anspieltipps:

  • Strung out
  • Wicked ways
  • No one survives
  • The day he died
  • Love to let you down
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