Queens Of The Stone Age - Lullabies To Paralyze - Cover
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Queens Of The Stone Age Lullabies To Paralyze


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 63 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten frühzeitig voraus. Ein definitives Großereignis in Sachen Rockmusik ist das neue Album der Queens Of The Stone Age. Denn nach dem Meisterwerk „Songs For The Deaf“ (2002) warteten Fans und Presse sehnsüchtig auf einen Nachfolger. Mit „Lullabies To Paralyze“ steht dieser Mitte März tatsächlich in den Läden, nachdem es lange Zeit danach ausgesehen hat, als würden die Queens an den Egotrips ihres Masterminds Josh Homme zu Grunde gehen.

Der Schock saß tief, als Anfang 2004 die Meldung um die Welt ging, dass Homme seinen Kumpel und Bassisten Nick Oliveri gefeuert hat. Nach drei gemeinsamen Alben in sechs Jahren war Homme dem exzessiven Lebensstil seines Jugendfreundes überdrüssig, weshalb er ihn kurzerhand vor die Tür setzte. Gleichzeitig wurde vermeldet, dass Co-Sänger Mark Lanegan seinen Posten gekündigt hätte. Zieht man dann noch Gast-Schlagzeuger Dave Grohl ab, zerfiel das Musikerkonglomerat aus Palm Desert, Kalifornien öffentlich in seine Einzelteile. Doch Josh Homme hatte wie immer einen Masterplan und ließ sich von der aufkeimenden Hysterie nicht blenden. Mit den Mietmusikern Joey Castillo (Drums) und Troy van Leeuwen (Gitarre, Bass) spielte Homme (Gitarre, Bass, Gesang) unter Anleitung von Co-Produzent und Ex-Kyuss-Mixer Joe Baresi 15 Tracks für das vierte Queens-Album ein. Dazu verpflichtete er mit Billy Gibbons (ZZ Top), Shirley Manson (Garbage), Chris Goss (Masters Of Reality), Alain Johannes (Eleven), Brody Dalle (The Distillers) und (Gott sei Dank!) Mark Lanegan jede Menge Gaststars.

Was Mark Lanegan für den Sound der Queens Of The Stone Age bedeutet, beweist der Opener „This lullaby“ – eine schaurig schöne Akustiknummer, die Lanegan mit seiner Grabesstimme perfekt veredelt. Doch Obacht! Man sollte sich nicht von diesem Schlaflied einlullen lassen, denn schon das folgende „Medication“ ballert in bester „Songs For The Deaf“-Manier aus den Boxen. Weiter geht es mit dem coolen und leicht psychedelisch angehauchten „Everybody knows that you are insane“, das besonders durch die brachiale Gitarrenarbeit glänzt, die nach ca. einer Minute einsetzt. Tangled up in plaid“ ist ein relativ unauffälliger Groove-Rocker, der direkt in den eingängigen Midtempo-Boggie „Burn the witch“ mündet. Hier liefern Billy Gibbons und Mark Lanegan ein tolles Zusammenspiel aus hypnotischen Lead-Gitarren und düster-verschrobenen Vocals ab. „In my head“ – ursprünglich als erste Single geplant – ist ein simpel, poppiges Liedchen, das eindeutig zu den schwächeren des Albums zählt. Selbst die erste Auskopplung „Little sister“ kann nicht zu 100% überzeugen. Dennoch ist der Song eine treibende Fun-Nummer, die auf den Sommer-Festivals 2005 für jede Menge Spaß sorgen wird.

Nachdem sich das Album zur Mitte hin eine kleine Schwächperiode gönnt, geht es spätestens mit „Skin on skin“ wieder aufwärts. Während der wohl stärksten Phase von „Lullabies To Paralyze“ sticht besonders der von Gevatter Glenn Danzig inspirierte Psycho-Slow-Groover „You got a killer scene there, man...“ heraus, bei dem sich Josh Homme, Brody Dalle, Mark Lanegan, Shirley Manson und Chris Goss die Vocals teilen. Das sind exakt die Queens Of The Stone Age, für die man die Band so liebt. Trotzdem muss am Ende attestiert werden, dass „Lullabies To Paralyze“ nur selten dieselbe Magie und den fesselnden Zauber des Vorgängers verbreiten kann. Auch wenn das Album von Hördurchgang zu Hördurchgang wächst, sind gewisse Schwachstellen unüberhörbar, sodass die Platte erst während des letzten Drittels aus dem zeitweise drohenden Mittelmaß herausgerissen wird.

Anspieltipps:

  • Little sister
  • This lullaby
  • Broken box
  • Skin on skin
  • The blood is love
  • You got a killer scene there, man...
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