System Of A Down - Hypnotize - Cover
Große Ansicht

System Of A Down Hypnotize


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

System Of A Down haben sich tatsächlich zu einem echten Megaseller der Musikbranche gemausert. Das ist eigentlich unglaublich, hört man sich das mitunter total abgedrehte Songwriting zwischen Thrash-Metal, Polka und Popmusik auf Alben wie „Toxicity“ (2001) an. Da trifft Frank Zappa auf Queen und verheiratet diese mit Slayer. Das klingt fast immer genial und wächst von mal zu mal.

Mit „Hypnotize“ legen Gitarrist Daron Malakian, Sänger Serj Tankian, Bassist Shavo Odadjian und Drummer John Dolmayan nun ihr fünftes Album vor, das wiederum eine irre Achterbahnfahrt ohne Gurt und Airbag durch die Welt der Rockmusik darstellt.

Mit „Attack“ legt der Vierer wie entfesselt los und haut dem Hörer eine Thrash-Attacke erster Güte um die Ohren. Doch System Of A Down wäre nicht die Band, die sie ist, würde sie den Song nicht plötzlich bremsen und mit einem melodischen Midtempo-Part verschachteln. In solchen Dingen macht den Herren niemand etwas vor. Das Talent, poppige Melodien und hartes Riffing virtuos miteinander zu kombinieren, ist und bleibt einzigartig in der Metal-Szene. So lässt auch das folgende „Dreaming“ kaum Luft zum Verschnaufen. Hier wechseln sich hymnische Passagen mit rasenden Gitarrenbrettern ab. Der Titeltrack „Hypnotize“ zählt dagegen zu den gemäßigten Songs des Albums. Angesiedelt im Midtempo-Bereich, werden den Gitarrenriffs ein paar exotische Elemente beigemischt. Sehr düster geht es in der bombastischen Mini-Metal-Oper „Holy mountains“ zur Sache. Stakkato-Riffing und viele kleine Breaks zeichnen indessen das herausragende „U-Fig“ aus, während „Stealing society“ und „Tantative“ zu den poppigsten Nummern auf „Hypnotize“ zählen. Wie immer bieten System Of A Down ein absolutes Wechselbad der Gefühle, das den Hörer nie loslässt.

Den verrückt-sympathischen US-Armeniern kann man eigentlich nichts krumm nehmen. Selbst die Tatsache, dass die 23 Songs aus dem „Mezmerize/Hypnotize“-Sessions mit noch nicht mal 80 Minuten Spielzeit locker auf eine CD gepasst hätten bzw. als preisgünstiges Doppelalbum zu vermarkten gewesen wären. So darf sich der Fan im Abstand eines halben Jahren gleich zwei Full-Price-Alben zulegen, die stilistisch nicht sooo weit auseinander liegen, wie es die Band gerne proklamiert, und deshalb nicht zusammen hätten erscheinen können. Sei’s drum. So kommt der Käufer neben der herausragenden Musik in den Genuss von zwei schön gestalteten Digipacks, die optisch einiges hermachen. Betrachtet man dann noch die Verkaufszahlen von „Mezmerize“, das allein in Deutschland bislang über 130.000 Käufer fand und weltweit bei drei Millionen verkauften Einheiten liegt, haben System Of A Down alles richtig gemacht.

Anspieltipps:

  • Attack
  • Tentative
  • Hypnotize
  • Lonely day
  • Holy mountains
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „System Of A Down“
comments powered by Disqus