Jeanette - Break On Through - Cover
Große Ansicht

Jeanette Break On Through


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Jeanette Biedermann, Jahrgang 1981, geboren in Berlin, trat zum ersten Mal in das Licht der Öffentlichkeit, als sie sich bei einem europaweitem Musikwettbewerb gegen über 250.000 Teilnehmer durchsetzte und als Siegerin hervortrat. Als Dank erhielt die damals 17-Jährige einen Plattenvertrag und durfte beim Vorentscheid zum Grand Prix de Eurovision mit dem Lied „Es tut unheimlich weh“ antreten. Zwar setzte sie sich dieses mal nicht gegen die anderen Teilnehmer durch, erweiterte aber Stück für Stück ihre Fangemeinde – nicht zuletzt wegen ihrer Serienrolle als „Marie Balzer“ in Europas meistgesehener Daily Soap „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“.

Im Jahr 2000 erfolgte ihr musikalisches Debüt mit „Enjoy“. Jeweils im Jahresrhythmus folgten die Alben „Delicious“ (2001) und „Rock My Life“ (2002), mit welchen Jeanette nicht nur zahlreiche Preise, sondern auch ausverkaufte Tourneen verzeichnen durfte und ihre Schauspielkarriere diesbezüglich unterbrechen musste. In kleinen Schritten entwickelt sich die Sängerin weiter und schon der Vorgänger von „Break On Through“ deutete einen rockigeren Sound an. Auf ihrem mittlerweile vierten Studioalbum lässt sich nicht wirklich ein roter Faden finden. Jeanette probiert sich in verschieden Musikrichtungen aus, ausgeflippt und durchgeknallt, Grenzen durchbrechend. Produziert wurde die CD von den Leuten, die schon seit zehn Jahren mit Jeanette zusammenarbeiten: Tom Remm, Frank Johnes, Bodybrain und Wonderbra. Vereinzelt schrieb auch Jeanette an den Stücken mit.

Der Opener „Rockin’ on heaven’s floor" ist zugleich die erste Singleauskopplung. Der Song geht sofort ins Ohr und setzt auf die neue Pop/Rock-Schiene. Inhaltlich geht es um Themen wie Sucht und Abhängigkeit. Darauf folgen mehr („Burning alive“) oder weniger („We are the living“) härtere Stücke, abwechselnd mit den typischen Pop-Balladen im bewährten Jeanette-Stil („Himalaya“, „Tellin’ you goodbye“). Eine gelungene Überraschung ist dagegen der soulige Song „Mystery“. Er überzeugt mit einer harmonischen Melodieführung und geheimnisvollen Lyrics. Eine neue Facette der Berlinerin kommt zum Vorschein.

Mit „Bad girl“ unterstreicht sie ihr neues „Rock-Image“ mit provokanten Lyrics („You shook up on your knees“), gefolgt von „7 Nights - 7 Days“, dem Highlight auf „Break On Through“. Der Track klingt mit der rockigen Instrumentierung äußerst interessant und überzeugt volle vier Minuten und 19 Sekunden. Allerdings gibt es danach einen kleinen Bruch. Das ausgeflippte „Highflyer“ und der emotionskalte Song „True blue heroes“ sind zwar insgesamt rockig, allerdings übertreibt sie bei diesen beiden Stücken ein wenig zu stark mit ihren Stimmleistungen. Beispielsweise werden die Vocals in „Highflyer“ verzerrt und extrem schnell gesungen und dramatisch dazwischen gelacht, was verwirrend wirkt. Dagegen ist „True blue heroes“ einfach zu monoton und gewollt hart. Inhaltlich geht es um ausgeflippte Liebe, die sich bei der 1,59 Meter kleinen Dame in der Realität bislang nicht erfüllt hat. Immerhin beweist Jeanette bei den nächsten beiden Songs ihre Entertainer-Qualitäten. Denn sowohl bei „Make love“ als auch bei „Mr. Big“ geht es sehr sexy und mit viel Swing zur Sache. Textlich verrucht und mit viel Sex in der Stimme unterhält sie die Hörer spielend. An Selbstbewusstsein mangelt es ihr anscheinend nicht im geringsten. Natürlich kann Jeanette auch schmusig! Zum Beispiel mit der selbstgeschriebenen Lagerfeuerballade „Forever and ever“ mit berührendem Text und schönem Songaufbau. Die Instrumente klingen hier zart und akustisch. Den Abschluss bildet das eher poppige „Kick up the fire“ mit einer sehr dominanten E-Gitarre.

Insgesamt präsentiert Frau Biedermann einen netten Longplayer mit 16 Mainstreamsongs, der bis auf ein paar Ausnahmen dem Pop/Rock-Genre zuzuordnen ist. Dabei fällt auf, dass sie sich stimmlich und musikalisch positiv entwickelt hat. Grundsätzlich werden Liebhaber von Powerpop und Poprock bestens bedient, Hardrock oder Metallfans freilich nicht. Auf jeden Fall dürfen die Hörer gespannt sein, was sich Jeanette als nächstes einfallen lassen wird.

Anspieltipps :

  • Mystery
  • Bad girl
  • Hold the line
  • Forever and ever
Neue Kritiken im Genre „Pop“
7.5/10

Colors
  • 2017    
Diskutiere über „Jeanette“
comments powered by Disqus