Gwen Stefani - Love.Angel.Music.Baby - Cover
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Gwen Stefani Love.Angel.Music.Baby


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Frauen wie Gwen Stefani sind von Gott gesegnet. Egal was sie machen oder wie sie sich kleiden, ihre Ausstrahlung und Schönheit überstrahlen einfach alles. Deshalb ist die 35-Jährige wie geschaffen für das Musikbusiness, wo mangelndes Können gerne durch Äußerlichkeiten kaschiert wird. Doch bevor die Fans Sturm laufen: Das ist keinesfalls böse gemeint, hieß es doch schon vor einigen Dekaden: „It’s the singer not the song“.

18 Jahre war Gwen Stefani bei No Doubt aktiv. Von der unauffälligen Backgroundsängerin arbeitete sie sich zum Aushängeschild der Band und zur internationalen Stil-Ikone empor. Weit über 20 Millionen Tonträger von No Doubt gingen bisher über die Ladentische. Doch jetzt ist erst mal eine Pause angesagt, damit Gwen ihr erstes Soloalbum „Love.Angel.Music.Baby“ promoten kann. Ein Werk, das den Hörer mit einem kunterbunten Mix aus Rap, Dance-Pop, HipHop, 80er Jahre New Wave und Reggae erschlägt und von den angesagtesten Produzenten und Songschreibern in 18-monatiger Kleinarbeit zusammengerührt wurde.

Man mag es kaum glauben, aber die 13 Tracks von „L.A.M.B.“ (die Abkürzung ist rein Zufällig auch der Namen von Gwen Stefanis eigener Modelinie) unterliegen einem strengen Konzept, das Gwen allen Mitwirkenden des Albums mit auf dem Weg gab. Und wenn man sich einmal anschaut, wer alles an der Platte mitarbeitete, ist klar, dass nicht jeder dieser Topstars wie Nellee Hooper (Björk, Sade, U2, Madonna, Janet Jackson), Dr. Dre (Eminem, N.W.A., Snoop Dogg, 2Pac), The Neptunes (Britney Spears, Babyface, Ice Cube, Sean Paul), Dallas Austin (Madonna, Michael Jackson, Brandy), Linda Perry (Pink, Christina Aguilera) und Andre 3000 (Outkast) sofort begeistert mit dem Kopf nickte. Denn Gwen wollte ein Album machen, das klingt wie eine Danceplatte ihrer Highschool-Zeit, als Acts wie Depeche Mode, The Cure, Lisa Lisa & The Cult Jam, Prince oder Madonna die Charts dominierten und unglaublich populär waren. Das ist ihr leider nur in Ansätzen auch gelungen.

Die Songs von „Love.Angel.Music.Baby“ sind wie Sahnebonbons, die den Appetit nur für kurze Zeit stillen können und spätestens nach der Hälfte der Spielzeit für Zahnschmerzen sorgen. Quietschfidele Popsongs zwischen Micky Maus und Kylie Minogue („What you waiting for?“) treffen auf eigenartige Reggae-Versuche („Rich girl“), typische, aber inzwischen etwas ausgelutschte Neptunes-Beats („Hollaback girl“) und hypernervöse Elektronik-Nummern („Bubble pop electric“). Zusammen mit waschechten R&B-Nummern („Luxurious“) und diversen Madonna- („Harajuku girls“, „Serious“), Pet Shop Boys- („The real thing“) und Salt ’N Pepa-Plagiaten („Crash“) ergibt dies auf Dauer keinen Sinn. Mehr gibt es zu dieser Platte auch nicht zu sagen. Wer sich dafür interessiert, wie der Sound der 80er Jahre in der Jetztzeit klingt, kommt mit dieser Platte sicher voll auf seine Kosten. Wirklich bedeutungsvoll ist dies aber in keinem Fall.

Anspieltipps:

  • Cool
  • Crash
  • Hollaback girl
  • Long way to go
  • What you waiting for?
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