Creutzfeld Und Jakob - Zwei Mann Gegen Den Rest - Cover
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Creutzfeld Und Jakob Zwei Mann Gegen Den Rest


  • Label: Urban/DefJam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Himmel Herrgott! Manchmal ist die Rezension eines Albums einfach nur pure Quälerei. Und zwar meistens dann, wenn es sich um deutsche HipHop- und/oder Rap-Acts handelt. Die Vertreter dieses Genres sind mit ihrer Kunst überwiegend in der zweiten oder dritten Liga angesiedelt, allein schon weil ihnen die nötige Authentizität abgesprochen werden muss. Nur ganz wenige Ausnahmen bestätigen die Regel, weil diese Künstler eine eigene Note in das ansonsten sehr eindimensionale Genre eingebracht haben und sich damit von den peinlichen Nachahmungen amerikanischer Vorbilder entfernt haben

Bei der 1995 gegründeten HipHop-Combo Creutzfeld & Jakob ist die Sachlage allerdings nicht ganz so einfach auszumachen. Die aus dem Westfälischen stammenden Phillipp „Flipstar“ Dammann (Beats und Raps) und Laki „Luke Stylewalker“ Polichronidis (Raps) gehören zur alten Schule der Rap-Szene, die sich ihre Vorbilder in der ersten Generation des amerikanischen Raps suchte. Die beiden erweiterten 1998 den Stamm der Band um ihre Kumpel Sebastian „DJ Edeldawg“ Edler (Skratches und Beats) und Till „Till Tomorrow“ Grönemeyer (Beats), mit denen auch das Debütalbum „Gottes Werk und Creutzfelds Beitrag“ (2000) eingespielt wurde. Dieses verkaufte respektable 45.000 Einheiten und etablierte Creutzfeld & Jakob als feste Größte im deutschen HipHop/Rap-Lager.

Nach diesem Achtungserfolg folgte der Wechsel zum Major-Label Def Jam/Universal, dort, wo der wahre HipHop beheimatet ist, womit natürlich auch der Druck, ein mindestens genauso erfolgreiches Album hinzulegen, steigt. Das schwere zweite Album heißt „Zwei Mann gegen den Rest“, fährt insgesamt 14 Tracks auf und behält sich als roten Faden wieder das Umfeld und die musikalischen Erfahrungen der Jungs aus Witten vor („Mit meinen Jungs“). Dabei geben sich die Burschen unheimlich Mühe, ihren Vorbildern in Sachen Beats und Rhymeflow so nahe wie möglich zu kommen („Fresh, grimmy and raw“). Da muss der Bass amtlich bollern, die Samples werden von zerkratzten Schallplatten abgenommen („Hoch und runter“) und in den Texten gerne ein kleiner Battle gegen Gott und die Welt angefangen.

Die Songs mit den schärfsten Beats, den flashigsten Grooves und den interessantesten Rhymes sind „Wild boyz“, „Freestyle thriller“, „Engel in LV“, „Stylez“ und „Enter da game“, bei dem ein wunderbarer Sample verwendet wurde, der den Song geradezu als Singleauskopplung prädestiniert. Auf Dauer mag das Ganze vielleicht etwas eintönig wirken, da die Grundgerüste der Songs immer dieselben sind und sich nur durch die Intensität der Beats und den verwendeten Samples unterscheiden. Trotzdem bekommt der geneigte HipHop/Rap-Fan auf „Zwei Mann gegen den Rest“ solide Kost geboten, die der Stereoanlage beim Cruisen alles abfordert.

Anspieltipps:

  • Wild boyz
  • Witten city
  • Enter da game
  • Freestyle thriller
  • Fresh, grimmy and raw
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