Diverse - Magic Moments: The Very Best Of Swing - Cover
Große Ansicht

Diverse Magic Moments: The Very Best Of Swing


  • Label: WSM/Warner Bros.
  • Laufzeit: 66 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist gerade mal November, doch in den Kaufhäusern weihnachtet es schon seit Wochen. Aber nicht, weil den Geschäftsführern so heimelig warm ums Herz ist, sondern aus ganz profanen Gründen. Mit dem Weihnachtsgeschäft versuchen Industrie und Handel die mehr als schlechten Zahlen des Jahres noch einigermaßen zu retten und feuern alles in die Läden, was sich nur irgendwie als Weihnachtsgeschenk an den Konsumenten bringen lässt. Für die Schallplattenfirmen bedeutet dies, dass spätestens ab Mitte Oktober alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um lastwagenweise „Greatest Hits“, „Best Of“, „Live“ und wild zusammengebastelte Song-Collections in die Regale der großen Ketten zu karren.

Die CD „Magic moments: The very best of Swing“ ist auch so ein Fall von gekonnter Zweitverwertung alter Hits. Denn, die Firmen sind ja nicht blöd! Hatte nicht ein gewisser Robbie Williams vor ein paar Jahren sehr erfolgreich auf Swing- und Big-Band-Sound gemacht? Und hatte sich nicht ein gewisser Rod Stewart ein Jahr später mit derselben Masche die Taschen voll gemacht, um seine nächste Scheidung bezahlen zu können? Na also. Da ist es doch durchaus angebracht, den x-ten Swing-Sampler zu veröffentlichen und dabei eine Kooperation mit den Kaffeeröstern von Jacobs einzugehen, die den Slogan „Magic moments“ in ihrer aktuellen TV-Werbung nutzen und mit dem gleichnamigen Burt-Bacharach-Klassiker unterlegen. Dahinter steckt übrigens durchaus ein System, denn der geneigte Hörer wird schnell bemerken, dass sich auf der CD weitere Songs befinden, die inzwischen mit duftendem Kaffee assoziiert werden. Als da wären: Aretha Franklins „I say a little prayer“, das ebenfalls aus der Feder von Burt Bacharach stammt, Dinah Washingtons „What a difference a day makes“ oder Ella Fitzgeralds „Night and day“ - alles Songs, die einen unweigerlich zur Kaffeekanne greifen lassen. Ziel erreicht, kann man da nur sagen.

Aber hier soll es ja nicht um Braunebohnensaft oder abgegriffene Weihnachtslieder gehen, sondern um eine Sammlung durch und durch bezaubernder Songperlen aus den 50er- und 60er-Jahren, die dann doch als unwiderstehliche musikalische Begleiter für die Festtage taugen oder einfach nur zum Träumen einladen. Das besondere Flair dieser Musik, vorgetragen von den Originalkünstlern wie Harry Belafonte („Try to remember“), Judy Garland („Somewhere over the rainbow“), Frank und Nancy Sinatra („Something stupid“), Doris Day („Perhaps, perhaps, perhaps“), Dean Martin („That’s amore“), Sammy Davis Jr. („Mr. Bojangles), Nat King Cole („Unforgettable“) und The Platters („Only you“), um nur eine paar der 20 vertretenen Evergreens zu nennen, erzeugt eine ganz besondere Stimmung, die hervorragend in die Herbstzeit passt.

„Magic moments: The very best of Swing“ steht musikalisch außerhalb jedweder Kritik, da das Album eine sehr gelungene Zusammenstellung absoluter Klassiker der Musikgeschichte beherbergt. Lediglich die lieblose, um nicht zu sagen billige Aufmachung und die unangenehme Verbindung zur Fernsehwerbung trüben das positive Bild ein wenig. Aber damit kann man durchaus leben. Schließlich haben wir es nicht mit einem retrospektiven Luxus-Box-Set für Sammler zu tun, sondern mit einem für das Weihnachtsgeschäft zusammengestellten Sampler, der potenzielle Interessierte günstig an die „Swinging 60s“ heranführt.

Anspieltipps:

  • Tony Bennett „The good life“
  • Nat King Cole „Unforgettable”
  • April Stevens „Teach me tiger”
  • Julie London „Fly me to the moon“
  • Judy Garland „Somewhere over the rainbow“
  • Frank und Nancy Sinatra „Something stupid”
Neue Kritiken im Genre „Swing“
6.5/10

Cicero Sings Sinatra: Live In Hamburg
  • 2015    
Diskutiere über „Diverse“
comments powered by Disqus