Soundtrack - Finding Nemo - Cover
Große Ansicht

Soundtrack Finding Nemo


  • Label: Walt Disney Records/WEA
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie verkauft man einen reinen Film-Score? Ganz einfach: Man packe zumindest einen Song eines Superstars mit auf die CD und verwende diesen als Zugpferd. Stellt sich nur noch die Frage, wer dieser Superstar sein könnte, dessen alleinige Zugkraft ausreicht, ein ansonsten eher uninteressantes Album an den Mann und die Frau zu bekommen. Wenn man sich im aktuellen Musikgeschehen umschaut, gibt es darauf eigentlich nur eine Antwort: Robbie („I'm a singer. I'm a songwriter. And I'm a born entertainer“) Williams!

Robbie, im Augenblick mit seinem ersten Live-Album „Live summer 2003” in den Charts vertreten, um seiner Plattenfirma ein dickes Stück vom Weihnachtskuchen zu sichern, hat sich bereiterklärt, den Song „Beyond the sea“ beizusteuern, der auf seinem vor zwei Jahren erschienenen Erfolgsalbum „Swing when you’re winning“ enthalten ist und in den 60er-Jahren ein großer Hit für Bobby Darin war. Das Stück ist ein herrlicher Swing, der gute Laune verbreitet und das große Entertainertalent Herrn Williams eindrucksvoll unterstreicht.

Damit ist eigentlich alles zu diesem Soundtrack gesagt, dessen in 39 Teile unterteilter Score von Thomas Newman komponiert wurde, dem Neffen der Songwriter-Legende Randy Newman. Newman Junior entfaltet bei diesem neuesten Blockbuster des Animationsstudios Pixar („Toy Story“, „Das große Krabbeln“, „Die Monster AG“) sein äußerst originelles Gespür für Filmmusik und reiht sich nahtlos in die Tradition seines berühmten Familienmitgliedes ein. Sein beständiger Umgang mit Rhythmus und der Einsatz des Schlagzeugs sind bei diesem Unterwasser-Abenteuer kraftvoll und voller Fantasie. Seine Passagen für Orchester vermitteln die gleichen typisch amerikanischen Eindrücke von melancholischer Idylle, die auch sein Vetter bei seinen Kompositionen einsetzte. Das Ergebnis ist dynamisch, vielfältig und für einen Film mit Animationen von einzigartig persönlich geprägtem Charakter. Besondere Erwähnung verdienen die von Jazz, Exotik, aber auch von Kitsch geprägten Passagen. Thomas Newman bringt sie ganz spielerisch in diese Zusammenstellung ein, wobei er seine sonst sehr hektischen Rhythmen mit überraschend bizarren Klangfarben ausstattet.

„Finding Nemo“ bietet solide Soundtrack-Kost für den geneigten Film-Score-Fan. Für die Zielgruppe des Films ist die CD demnach völlig ungeeignet. Denn ein Robbie Williams alleine reicht wohl doch nicht aus. Wer sich aber an netten orchestralen Elementen und verrückt-dynamischen Melodien erfreuen kann, findet mit dieser CD genau das richtige Mittel.

Neue Kritiken im Genre „Filmmusik“
7/10

The Hunger Games: Mockingjay Part 1
  • 2014    
Diskutiere über „Soundtrack“
comments powered by Disqus