2Pac - Nu Mixx Klazzics - Cover
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2Pac Nu Mixx Klazzics


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Jahr 2003 neigt sich langsam dem Ende zu, Tupac Amaru Shakur, alias 2Pac weilt noch immer unter den Toten und es erscheint ein weiteres Album des im Jahre 1996 verstorbenen Tupacs, der den Verletzungen einer Schießerei in Las Vegas erlag. Bei diesem Album handelt es sich dieses mal nicht um eine Sammlung unveröffentlichter Songs von 2Pac, sondern um ein Remix-Album, welches laut dem Sticker auf der CD-Hülle „Zuvor unveröffentlichte Remix-Versionen von 2Pacs Greatest Hits“ enthält. Wie hätte 2Pac auch je ein Duett mit Murder-INC-Mitglied Crooked I aufnehmen können, der zu 2Pacs-Lebzeiten wahrscheinlich noch verzweifelt versuchte einen Plattenvertrag zu ergattern. Klar, es handelt sich hierbei um einen weiteren Versuch, mit dem Namen 2Pac Geld zu machen und zwar von keinem geringeren als Death-Row-Labelboss Suge Knight. Der seit dem Tod von 2Pac, dem letzten großen MC des magischen Death-Row-Trios (Dr. Dre, Snoop Dogg, 2Pac) nur noch mit Best-Of-Alben guten Erfolg erzielen konnte.

Mit Nu-Mixx-Klazzics werden viele Klassiker von Tupac durch das Death-Row-Produktionsteam Tha Row Hitters in einem neuen Gewand präsentiert, wobei man unter den zehn Tracks (davon allein sechs aus dem erfolgreichen Album „All eyez on me“) andere Klassiker vermutet hätte. Den Anfang macht „2 of amerikaz most wanted“, der ursprünglich mit Snoop Dogg aufgenommen wurde und damit zu einem richtigen Gangsta-Rap-Klassiker wurde. Dass Suge Knight und Snoop Dogg kein freundschaftliches Verhältnis mehr inne haben, braucht man wohl niemandem mehr zu erklären. Auf jedenfall wurde im sogenannten Nu-Mixx von „2 of amerikaz most wanted“ der Rap von Snoop Dogg entfernt und durch einen neuen Rap von Crooked I ersetzt. Die Lyrics von 2Pac blieben zum größten Teil dem Song erhalten, bis auf die Probs und Erwähnungen des Namens Snoop Dogg, die 2Pac während des Originals machte, denn die wurden dermaßen miserabel ausgeblendet, dass jedes gut hörende Ohr merkt, dass hier was fehlt. Doch was hätten die Produzenten hier machen sollen? Vielleicht durch den Namen Crooked I ersetzen? Wohl kaum, besser wäre es wohl gewesen einen anderen Titel zu wählen.

So wurde der bluesige Song „How do you want it“ um Elektrobässe und Flöteneinsätze erweitert, womit der ganze Charme des Songs verloren geht. Die Spieldauer von fünf Minuten wurde lediglich durch den einminütigen Flötenabspann erreicht. Der schaurige Klassiker „Hail mary“, welcher mit Glockeneinsätzen beeindruckte, wurde mit Synthies neu gemischt und ist im Nu-Mixx nur noch langweilig. Lustlos und nervend wirken die Keyboard-sounds beim smoothem „Life goes on“, die eher zum abschalten als zum weiterhören motivieren. Die einstige Thug-Hymne „All eyez on me“ (aus dem gleichnamigen Album) wurde in G-Funk umgewandelt und ist damit eine weitere Einreihung an die vorherigen schwachen Remixes. Einziges Highlight ist „Toss it up“, da an diesem Stück nicht soviel rumgebastelt und verändert wurde, wie bei den anderen Tracks. Der harte Fight-song „Ambitionz az a ridah“ wurde um latainamerikanische Gitarrenklänge erweitert und wirkt dadurch nicht mehr so düster, was doch gerade den Reiz dieses Songs ausmachte. Man stellt sich nur noch die Frage was der Song „Never had a friend like me“ auf dem Album zu suchen hat. Dieser Song wurde lediglich auf der B-Seite der Singleauskopplung „Wanted dead or alive“ und auf dem Gridlock´d-Soundtrack veröffentlicht gehört deshalb aber nicht gleich zu den Klassikern Tupacs. Wie auch immer, der Nu-Mixx überzeugt jedenfalls nicht und langweilt ebenfalls.

Qualitativ befinden sich diese Remixversionen unter Durchschnitt, da sich keines der veränderten Stücke nur annähernd mit den Klassikern messen kann. Einer Veröffentlichung in dieser Form hätte Tupac mit Sicherheit nicht zugestimmt und würde sich beim Hören bestimmt im Grabe umdrehen. Richtige Klassiker wie „Dear mama“, „Me against the world“ oder „Keep ya head up“ blieben unberücksichtigt. Der erfolgreichste 2Pac-Song „California love“ ist ebenfalls nicht zu finden, vielleicht weil es viel zu aufwendig gewesen wäre den Rappart von Dr. Dre auszublenden oder weil dieser Track eben von Dr. Dre komponiert und produziert wurde. Der mageren Laufzeit hätten weitere Songs bestimmt nicht geschadet höchstens den Ohren. Einzig die Texte, die man aus den Originalversionen kennt sind weiterhin spitze, doch dafür hätte man die 15,-- Euro auch in die Greatest-Hits-Platte investieren können

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  • Toss it up
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