Ja Rule - Blood In My Eye - Cover
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Ja Rule Blood In My Eye


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Was ist los mit Ja Rules Auge? Eine ernsthafte Entzündung ist mit dem Titel nicht gemeint, eher eine psychische Geschichte, die er damit verarbeiten will. Ganz klar, die Streitigkeiten um und mit 50 Cent werden auf diesem Album ausgetragen und gehen damit in die nächste Runde. Doch dieser Streit ist nicht das einzige Problem von Jeffrey Atkins aus Hollis, Queens, besser bekannt als Ja Rule, denn er kämpft weiterhin um seine Glaubwürdigkeit auf den Straßen. Zu sehr konzentrierte er sich bei den letzten drei Werken („Rule 3:36“, „Pain is love“, The last temptation“) auf erfolgsversprechende Kollaborationen mit R&B-Sängern oder R&B-Sängerinen wie Ashanti.

Die fünfte Soloscheibe „Blood in my eye“ steht ganz im Zeichen des 50 Cent/Shady-Beefs mit der Hoffnung durch die Lyrics möglichst viel Schaden wieder zu reparieren. Unterstützung erhält er dabei unter anderem von seinen Murder-INC-Kollegen Cadillac Tah, Black Child und von Outlawz-Mitglied Hussein Fatal. Die erste Single „Clap back“ ist schon mal ein erster Angriff in Richtung Shady-Records. „Like Bush and Saddam, I'm a find out where Em Laden's hiding and bomb him first, It could be much worse, I could be hotter than yo scrubsMask and glove, gun hot from burnin' ass up”, so eine Textpassage darin. Das die Chemie zwischen Hussein Fatal und Ja Rule stimmt (möglicherweise weil sie beide 2Pac als Idol hatten) merkt man gleich in “The life” und wird sich davon noch drei weitere male auf dem Album überzeugen können. „The Crown“ (Featuring Sizzla) enthält teilweise Reggae-Einspieler und Keyboard-Beats. Die eingebauten Schuss-Samples hat er sich von Erzfeind 50 Cent abgehört. „In Things gon` change“ (Featuring Black Child, Young Merc und D.O. Cannons), kopiert er den Anfangsrap aus Tupacs Diss „Hit em` up“ und schrieb diesen entsprechend für seinen Song um. Zwischendrin spielt er „Gunclap“-Sounds und Schuss-Samples , wie man sie aus 50 Cent-Tracks kennt, ein.

Das Kopieren geht in dem mit Trompetenklängen eingeleitetem „Race against time II“ (= Fortsetzung seines Klassikers aus dem 1999-er Debütalbum „Venni, Vetti, Vecci“) munter weiter. So verwendet er zum größten Teil zwar seinen alten Refrain in etwas abgeänderter Form, rundet diesen allerdings mit einem „La-da-di-da-da-dahhh“ ab, welches manchen aus dem 2Pac-Song „Hail mary“ bekannte sein dürfte. Trotzdem gehört dieser Song mit fettem Bass zu den gelungenen Tracks. Der Syntie-Sound aus „Niggas & Bitches“ hört sich wie eine Neptunes-Imitation an, wurde jedoch von BlackOut produziert. Dazwischen folgt der obligatorische Einspieler von Big Remo, in dem 50 Cent ordentlich sein Fett wegkriegt. Der Titelsong „Blood in my eye“ sowie die beiden Bonus-Tracks gehören sicherlich zu den Highlights des Albums, die allesamt Gastrapper Hussein Fatal featuren. Die beiden Bonus-Tracks „It's murda“ und „The wrap“ sind Freestyles und richten sich natürlich an 50 Cent, über den er sich mehrmals lustig macht wie beispielsweise in „The Wrap“-Freestyle: „A yo, this nigga, this nigga runnin' around talkin' about "I got shot nine times, I got shot". Want everybody to be motherfuckin' sympathetic A yo 50, pull your skirt down Bee, A yo, Niggaz get shot everyday bee, you tough? HaHaHa Yeah ... Murder Inc shit ... bitch ass nigga. We out!“

Sein neues Album beinhaltet dieses mal zwar keinen R&B/Rap-Song, wofür er sich ständig Kritik anhören muss, aber auch keinen besonders herausragenden Raphit mit dem er in der Originalfassung die oberen Ränge der Charts stürmen könnte. Damit wird „Blood in my eye“ möglicherweise hinter den kommenden Alben der NY-Konkurrenz (Jay-Z, 50 Cent & G Unit) bleiben. Ob er damit auch wieder zum Street-Rap zurückgekehrt ist, bleibt fraglich, da er kaum eigene Ideen ins Album eingebracht hat, sondern viel mehr Ideen anderer Rapper imitierte. Auch die Laufzeit ist mit knapp 46 Minuten eher dürftig.

Anspieltipps:

  • Race against time II
  • Blood in my eye
  • It´s murda (Freestyle)
  • The wrap (Freestyle)
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