Michael Jackson - Number Ones - Cover
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Michael Jackson Number Ones


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 79 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Gerüchteküche brodelt: Beim „King of Pop“ gingen langsam aber sicher die Lichter aus, da das Jackson-Imperium den Geldbedarf einer mittleren Kleinstadt hätte, dem aber keine relevanten Einnahmen mehr entgegenstünden. Klar, sagt da die Hobby-Schuldnerberatung. Der Bursche hatte schon lange keinen Hit mehr, steht demnächst ohne Plattenfirma da und hat das öffentliche Ansehen eines außerirdischen Fabelwesens. Alles keine guten Voraussetzungen für den Fortbestand einer fürwahr beeindruckenden Karriere. Und doch gibt es immer wieder Möglichkeiten, einen schnellen Dollar zu machen – und sei es zum Erfüllen des Plattenvertrages mit Sony Music, die drei Kreuze machen werden, wenn sie den exzentrischen Star von der „Gehaltsliste“ bekommen.

Deshalb erscheint passend zum Weihnachtsgeschäft die definitive Michael-Jackson-Hitsammlung mit 15 Klassikern aus den 80er- und 90er-Jahren und drei neueren Songs. Und darüber kann man auch nicht meckern. Denn Michael Jackson ist zweifellos einer der einflussreichsten Künstler der Musikgeschichte. Seit der Veröffentlichung seiner ersten Soloplatte „Off the wall“ (1979) brachte er es auf mehr als zwei Dutzend internationaler Nummer-Eins-Hits und wurde zum „Best selling Pop-Artist of the Century“. Seine Alben „Thriller“ (1982), „Bad” (1987), „Dangerous“ (1991) und „HIStory“ (1995) verkauften sich, trotz rückläufiger Zahlen, wie geschnitten Brot. Erst danach begann ein künstlerischer wie kommerzieller Tiefflug. Davon zeugen auf „Number ones“ zum Glück nur die Beiträge „You rock my world“ und „Break of dawn“ vom Katastrophenalbum „Invincible“ (2001). Ansonsten geht es in 79 Minuten streng chronologisch durch eine der beeindruckendsten Hitsammlungen der Popgeschichte.

Angefangen bei den bahnbrechenden Quincy-Jones-Produktionen (u.a. „Don’t stop ’til you get enough“, „Billie Jean, „Beat it“, „Thriller“, „Bad“, „Dirty Diana“, „Smooth criminal“) der 70er- und 80er-Jahre, von den zusammen mehr als 100 Millionen mal verkauften Alben „Off the wall“, „Thriller“ und „Bad“, über die frühen 90er („You are not alone“, „Earth song“, „Blood on the dance floor“) bis hin zu dem neuen Song „One more chance“, der von R. Kelly geschrieben wurde und sinnbildlich für den aktuellen Stand der Jackson-Karriere ist. Mit diesem Album kommt jeder auf seine Kosten, der die Hits von Michael Jackson in geballter Form im Regal stehen haben möchte. Und als besonderer Anreiz erscheint „Number ones“ in vier verschiedenen Aufmachungen, bei denen jedes Artwork eine typische Jackson-Pose zeigt.

Erweisen wir dem Musiker Michael Jackson also die Ehre und sehen dieses Werk als Aufbruch in eine neue Ära an, die hoffentlich von musikalischen Sensationen und nicht von den privaten Peinlichkeiten dieses Ausnahmekünstlers bestimmt sein möge.

Anspieltipps:

  • I just can’t stop loving you
  • The way you make me feel
  • Black or white
  • Billie Jean
  • Thriller
  • Beat it
  • Bad
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