Patricia Kaas - Sexe Fort - Cover
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Patricia Kaas Sexe Fort


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das sechste Studiowerk der Lothringerin kann wieder mit einigen starken Songs aufwarten, selbst wenn hin und wieder die berühmte „große Melodie“ vermisst wird.

Rein rechnerisch hat Patricia Kaas in jedem Jahr ihrer 15-jährigen Karriere eine Million Tonträger verkauft. Damit ist die am 5. Dezember 1966 in Forbach/Lorraine geborene Künstlerin die kommerziell erfolgreichste Sängerin Frankreichs. Da auch sehr viele Deutsche ein Faible für französischsprachige Musik haben, konnte die 37-Jährige von ihren 13. Alben auch bemerkenswerte 1,25 Millionen Einheiten in Deutschland absetzen. Und das, obwohl sie nicht auf den poppigen Pfaden einer Alizee wandelt oder den bombastischen Franko-Pop von Frau Dion kopiert. Patricia Kaas begeistert das Publikum mit ihrer kehlig, verrauchten Stimme, die in allen Bereichen der Musik zu überzeugen weiß. Ob Chanson, Bar-Jazz, Rock, Blues, Soul oder eingängiger Pop, „Fille de l´est“ – wie Patricia Kaas in ihrer Heimat bezeichnet wird – streichelt, berührt, erschüttert, irritiert, verblüfft und durchdringt die Herzen der Hörer mit ihrem vielseitigen Organ.

Ihren internationalen Durchbruch feierte „La Kaas“ mit dem ´93er-Album „Je te dis vou“, das in Deutschland bis auf Platz 11 der Hitparade kam. Es folgten ca. 800 Konzerte sowie regelmäßige Live- und Studioalbumveröffentlichungen. Nach dem englischsprachigen Konzeptwerk „Piano Bar“ im letzten Jahr, erscheint nun, wenige Tage vor Kaas’ 37. Geburtstag, das neue, französischsprachige Werk „Sexe fort“ - das erste seit „Le mot de passe“ aus dem Jahr 1999. „Sexe fort“ präsentiert 15 Songs (die limitierte Auflage enthält zudem einen Bonus-Track), an denen zahlreiche Top-Leute der französischen Musiklandschaft mitgewirkt und für musikalische Vielseitigkeit gesorgt haben (u.a. Jean-Jacques Goldman, Pascal Obispo, Etienne Roda Gil, David Manet, Francis Cabrel, Patrick Fiori). Dabei steht anno 2003 gitarrenorientierte Popmusik im Vordergrund, dessen Wurzeln eindeutig im Blues liegen und kaum etwas mit den Chansons einer Edith Piaf gemein haben.

Als erste Singleauskopplung wurde der Opener „Où sont les hommes“ gewählt, ein kraftvoller Popsong, der in Frankreich bereits für Charts-Furore sorgte und die musikalische Richtung für das Album vorgibt. Denn hier geht es um handgemachte Musik mit richtigen Instrumenten, die ihr Zuhause im Blues und Rock haben und Patricia Kaas Stimme perfekt ergänzen. Egal ob hymnischer Edel-Gitarrenpop („L'abbi caillou“), bluesige Gospel-Tracks („Des regrets“), gefühlvolle Akustikballaden („Tu pourras dire“, „La nuit est mauve“), spielerisch leichter Blues-Pop („Je ne veux plus te pardonner“) oder forsche Rocksongs wie „On pourrait“ (ein Duett mit dem Schweizer Sänger und Songwriter Stephan Eicher aus der Feder von Jean-Jacques Goldman) - musikalisch lässt sich Patricia Kaas wie gewohnt nicht so recht festlegen und bietet ein ausgefeiltes Klangspektrum zwischen Rock, Pop und Blues.

So kann auch das sechste Studiowerk der Lothringerin wieder mit einigen starken Songs aufwarten, selbst wenn auf Dauer eines ganzen Albums hin und wieder die berühmte „große Melodie“ vermisst wird, die einen starken von einem herausragenden Song, bzw. einem Single-Hit unterscheidet. Nichtsdestotrotz können die Kompositionen auf „Sexe fort“ eine außergewöhnliche Atmosphäre erzeugen, die das Verlangen nach einer Hitsingle schnell zum Versiegen bringen, denn „Sexe fort“ ist ein durch und durch gefälliges Album einer äußerst sympathischen Künstlerin, das einfach Spaß macht und sich deutlich von der breiten Masse abhebt.

Anspieltipps:

  • On pourrait
  • L'abbi caillou
  • La nuit est mauve
  • C'est la faute a la vie
  • Une question de temps
  • Je t'aime, je ne t'aime plus
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