G Unit - Beg For Mercy - Cover
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G Unit Beg For Mercy


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 69 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Einer schafft den Durchbruch und die anderen ziehen nach! Nach diesem Muster wird schon lange im Rapbiz gearbeitet. Wenn man zurückblickt, gehören zu den letzten, die ihre Kumpels nach und nach mit ins Boot holten, um den Erfolg zu teilen, Eminem (mit D12 und Obie Trice) und Nelly (mit seinen St. Lunatics). Exakt dieses Konzept übernimmt nun auch Curtis Jackson, besser bekannt als 50 Cent, der seine G-Unit-Crew groß rausbringen möchte. Zur G Unit (Guerilla Unit) gehören, neben 50 Cent, seine drei Rap-Kollegen Lloyd Banks, Südstaatenrapper Young Buck, den Sie während einer Juvenile-Tour kennenlernten, der bis vor kurzem noch inhaftierte Tony Yayo und Produzent Sha Money XL. Mit eben diesem Produzenten nahmen 50 Cent und seine G Unit massig Songs auf und vertickten diese als Mixtapes in New York (No Mercy, No Fear, God´s Plan, 50 Cent is the Future). Der Underground-King 50 Cent machte dadurch auf sich aufmerksam und Jam Master Jay (Run D.M.C.) nahm ihn unter seine Fittiche. 50 Cent bekam seinen ersten Plattenvertrag mit Columbia/Sony und nahm sein erstes Album „Power of the dollar“ auf, welches aber aufgrund eines szenetypischen "Schussvorfalles" wieder in die Schublade zurückgelegt wurde. Somit blieb der Durchbruch erst einmal aus, bis Eminem auf ihn aufmerksam wurde und ihn zu Shady Records holte. Über Nacht wurde 50 Cent zum Rapstar und gilt nun als das heißeste was Rap derzeit zu bieten hat. Trotz all der Preise, die ihm dieses Jahr verliehen wurden (u.a. MTV Video Music Awards, World Music Awards, Source Awards, American Music Awards), lässt er seine Kollegen, die ihn auf seinen Tourneen begleiteten, nicht hängen und möchte zusammen mit Ihnen mindestens den gleichen Erfolg erreichen.

G-G-G-G Unit, dieser bekannte Ruf wird noch in mehreren Stücken vorkommen, nicht nur im gleichnamigen Opener „G Unit“. Darin geht es um das Gangsta-Image, das sie inne haben und ihnen auch gefällt. Man denke dabei an den Auftritt von 50 Cent bei den MTV Video Music Awards, der ganz im nadelgestreiften Mafioso-Outfit und Al-Capone-Hut auftauchte. Der hämmernde Beat ist zwar gut, passt allerdings nicht ganz ideal zum Rap. „Poppin` them thangs“, produziert von Dr. Dre und Scott Storch, überzeugt dagegen auf der ganzen Linie. Die Beatkombination aus G-Funk und mysteriösen Keyboard-Einsätzen stimmt total. Auch hier spielen die Drei mit ihrem Gangsta-Image und merken an, dass sie mit den besten Frauen zusammen sein können. Der etwas düstere Song „G´d up“ wurde ebenfalls von Dr. Dre produziert und mit Pianoklängen ausgestattet. Das Kapitel Drogen und Gewalt aus vergangenen Tagen ist darin das Hauptthema. Sowohl „Poppin` them thangs“, als auch „G´d up“ hätten das Potenzial als zweite Single ausgekoppelt zu werden. Bis dahin wird sich die erste Single „Stunt 101“ in den Charts aufhalten.“Stunt 101“ wurde von D12-Mitglied Denaun Porter, eher bekannt als Kon Artis, produziert, der auch für 50 Cents „P.I.M.P.“ zuständig war. Der Synthie-Drum-Sound, der etwas an Jahrmarktsgeräusche erinnert, kann sich ebenfalls hören lassen. Wie der Titelname schon vermuten lässt, geht es um Macho-Gehabe, wie der Besitz von schicken Autos und mächtig „Bling, bling“ (Diamanten), was auch im Videoclip visuell dargestellt wird. Außerdem enthält der Song möglicherweise einen Diss ohne jedoch explizit auf einen Namen einzugehen, wobei nicht viele Optionen zur Auswahl stehen. Entweder es ist in den folgenden Textzeilen Jay-Z gemeint, der bei Reebok eine Shawn-Carter-Linie rausgebracht hat oder er meint den Basketballprofi und Hobby-Rapper Allen „The Answer“ Iverson (Philadelphia 76s). „In the hood they say fifty man, your sneaker look white yo, just can´t believe Reebok did a deal with a psycho.“ Wenn man sich die Lyrics noch einmal genau anhört, ist es aber genauso möglich, dass er selbst gemeint ist und zwar von der Sichtweise eines Dritten. Das die Drei auch etwas smoother rappen können, beweisen sie mit „Wanna get to know“, in dem es um die Liebe geht. Mit R&B-Sänger Joe, dem einzigen Gesangsfeature auf dem Album, haben sie genau den richtigen für diese Midtempo-Nummer geholt. „Footprints“, in dem viele gebets- und gospelartige Samples verwendet werden, gehört genau wie der mit Geigenklängen versehene und etwas langweilige Song „Eye for an eye“ zu den schwächsten Songs auf dem Album.

Mit dem epischen „Smile“ folgt ein Solo von Lloyd Banks, mit minimaler Unterstützung von 50 Cent. Es handelt sich um einen langsamen Song über Beziehungen und Liebe im Allgemeinen. „Salute u“ ist der Beweis, dass Klassik und HipHop genial miteinander harmonisieren können, jedenfalls mit dem richtigen Sample. In diesem Fall wurde „Brandenburg concerto # 1 in F Dur (Allego Moderato)“ von Johann Sebastian Bach verwendet. Darin geht es um die Loyalität der G-Unit-Soldiers untereinander. Der Club-Burner „Beg for mercy“ kann mit den großen Hits aus dem 50-Cent-Solodebüt „Get rich` or die tryin`“ mithalten und erinnert an einigen Stellen an die Melodie von „Back down“. Aufgrund des Gefängnisaufenthaltes des vierten Mitgliedes Tony Yayo, konnten keine neuen Songs in Vollbesetzung aufgenommen werden, er wird sich dafür wahrscheinlich nächstes Jahr mit einem Soloalbum („Free Yayo!“) zurückmelden. Deshalb wurden nur zwei ältere Songs zusammen mit Tony Yayo auf das Album gepackt, wovon einer bereits bekannt ist. Es handelt sich zum einen um den g-funkigen „Groupie love“ (Featuring Butch Cassidy), in dem es logischerweise um die Hardcore-Fans (Groupies) geht und zum anderen um den Murder-Inc.-Diss „I smell pussy“. Scheint so, als gehöre „I smell pussy“ zu ihren Lieblingssongs, da dieser bereits auf unzähligen Mixtapes zu hören war. Alle, die diesen Song noch nicht besitzen, werden erfreut über diesen Bonus sein.

Man findet auf dem Album wenig neue Themen, geht es doch in den meisten Stücken erneut um die Themen Frauen, Sex, Gewalt und Protzen. Die Lyrics gehören noch immer nicht zu den überragendsten. Jedoch muss man, bis auf Ausnahme der paar weniger guten und durchschnittlichen Songs, nicht um Gnade betteln, denn mit „Beg for mercy“ bietet 50 Cent samt Anhang eine gute Mischung aus Club-Hits, G-Funk, Liebessongs und Ghetto-Hymnen im 50-Cent-Style. Viele hätten namhafte Gastrapper wie Eminem, Obie Trice oder Snoop Dogg erwartet, allerdings nimmt das G Unit-Trio auf seinem Debütalbum keine große Unterstützung in Anspruch, da sie auch so viele abwechslungsreiche Stimmen aufbieten können. Die Zusammenarbeit der G-Unit ist jedenfalls gut aufeinander abgestimmt.

Anmerkungen: In den Staaten gibt es für die Albumkäufer die Chance, mittels einer beigelegten Goldkarte eine mit etwa 12.500,-- $ dotierte "Spinning Tha G"-Diamantenkette. In Deutschland müssen sich die Fans mit der Abbildung davon und dem Desksite-Bonus zufrieden geben, der am Rechner mit Hilfe der CD aktiviert werden kann.

Anspieltipps:

  • Poppin´ them thangs
  • Stunt 101
  • Smile
  • Salute u
  • Beg for mercy
  • G´d up
  • I smell pussy
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