Puddle Of Mudd - Life On Display - Cover
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Puddle Of Mudd Life On Display


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eins vorneweg: Die Amerikaner von Puddle Of Mudd mögen ziemlich arrogante Säcke sein, ihren Ruf als die beste unter der Post-Grunge-Testosteron-Fraktion behalten sie nach wie vor. Wer „Come Clean“ für sein erstklassiges Songwriting und sein unverblümtes Klauen mochte, und jetzt bei „Life On Display“ einen ähnlichen Totalausfall erwartet, wie ihn Three Doors Down nach ihrem famosen Debütalbum hingelegt hatten („Away From The Sun“ war wirklich in jeder Hinsicht enttäuschend), der wird überrascht sein: „Life On Display“ festigt den Puddle Of Mudd-Horizont, erweitert ihn gar hier und da. Die Mannen um Wesley Scantlin klingen mehr wie Alice In Chains denn Nirvana, was zwar auch als Ideenklau, in diesem Kosmos jedoch durchaus als Innovation zu werten ist.

Schon der Opener „Away From Me“ ist ein rundum guter Song mit redlicher Melodie und solidem Groove. Ein Lied, das ohne weiteres auch auf „Come Clean“ gepasst hätte. Es erinnert ein bisschen an den Opener des Vorgängers, „Control“, kommt aber dennoch über den Status eines Selbstplagiats locker hinaus. Insgesamt haben Puddle Of Mudd ihren Sound hier und da verfeinert. Die Produktion kommt insgesamt ein Stück weit dunkler daher, die Hits erschließen sich nicht in der Geschwindigkeit, die man noch bei Come Clean bewundern konnte. Sofort-Pop-Klassiker wie „Blurry“ oder „She Hates Me“ sucht man zunächst vergeblich. Dafür gibt es reichlich finsteren Post-Grunge wie „Nothing Left To Loose“, der mit seinem schwerfälligen Rhythmus erstmals einen Wink Richtung Alice In Chains darstellt.

Die genauso wie Nirvana längst fäulnisumwitterte Band aus Seattle dient fortan durchaus auch als Inspirationsquelle für Wesley Scantlin und seine Mannen, wenn auch meistens der Refrain wieder sehr nach Nirvana schmeckt (nachzuhören in „Already Gone“). Miese Songs haben Puddle Of Mudd bis dato sowieso noch nicht produziert, jetzt ist es wohl aber dann doch leider soweit. „Cloud 9“, der von Scantlin angeblich bereits im zarten Alter von 15 Jahren verfasste Song, riecht und klingt tatsächlich sehr rostig und kommt weitestgehend ohne Melodie geschweige denn einer Songidee aus. Scantlins Aussage, er habe durch dieses Lied bereits vor Kurt Cobain Grunge produziert, lassen wir mal im Raum stehen. Denn außer diesem Ausfall ist auf „Life On Display“ einigermaßen vorbildliches Songwriting betrieben worden. Langweilig wird es dank der ausgefeilten Arrangements zum Glück nicht und irgendwann kommen dann doch die erhofften Hits mit „Spin You Around“ oder „Freak Of The World“ zum Vorschein.

Insgesamt erreicht „Life On Display“, dieser lange erwartete Zweitling der Fred Durst-Züchtlinge nicht die Hitdichte von „Come Clean“, was auch irgendwie nicht anders zu erwarten war. Dennoch hebt es sich als „primus inter pares“ souverän hervor und stellt auch vor allem dank des unaufdringlichen Organs von Wesley Scantlin alle in den Schatten: Creed, Nickelback und seine Klons, Staind, 3 Doors Down, Seether und so weiter und sofort. Ein Album, das man nicht besitzen braucht, das aber mit Sicherheit das Eintrittsgeld wert ist.

Anspieltipps:

  • Freak Of The World
  • Spin You Around
  • Away From Me

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