Soundtrack - Blueprint - Cover
Große Ansicht

Soundtrack Blueprint


  • Label: Hansa/BMG
  • Laufzeit: 105 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Franka Potente („Lola rennt“, „Die Bourne Identität“) hat sich als einer der ganz wenigen deutschen Filmstars einen internationalen Namen erarbeitet – inklusive Techtelmechtel mit „Herr der Ringe“-Star Elijah Wood und wochenlangen Yello-Press-Verfolgungen. Am Neujahrstag startet mit „Blueprint“ (Kritik hier:) ein neuer Film mit ihr in der Hauptrolle. In dem Drama von Regisseur Rolf Schübel, das nach einem Roman von Charlotte Kerner entstand, schlüpft sie in die Doppelrolle einer berühmten Pianistin und ihrer geklonten Tochter.

Für die Filmmusik zu „Blueprint“ zeichnet sich Komponist, Produzent und Bundesfilmpreisträger in Gold, Detlef Friedrich Petersen, verantwortlich. Der auf Pellworm/Friesland geborene Musiker gründete in den 70er-Jahren die weltweit erfolgreiche Gruppe Lake, die vor allem in den USA viele Fans hatte. Aus diesem Grund siedelte Petersen für einige Jahre in die Staaten über, ehe er in seine Heimat zurückkehrte und sich der Filmmusik zuwandte. Im Laufe der Jahre schuf er Soundtracks zu Filmen wie „Gloomy Sunday“, „Wir können auch anders“, „Männerpension“, „Ausgerechnet Zoe“ oder „Die Putzfraueninsel“. Als Produzent arbeitete er u.a. mit Heather Nova, Dana Glover, Udo Lindenberg und Hannes Wader zusammen.

Eingespielt wurde das Doppelalbum mit einem „Original Soundtrack“ sowie einer zweiten „Classic Soundtrack“-CD mit vielen handlungsbezogenen Klavierwerken von der Avantgarde-Spezialistin Susanne Kessel. Kessel hat sich in der internationalen Fachwelt mit unkonventionellen Konzert- und CD-Programmen einen Namen gemacht. Die 1970 in Bonn geborene Pianistin ist bekannt für ihre Kombinationen von klassischem Repertoire mit zeitgenössischem Kompositionen und verleiht den Stücken auf „Blueprint“ und damit den Bildern des Rolf-Schübel-Films einen wundervollen emotionalen Rahmen. Sie setzte die Klassiker von Bach, Beethoven, Debussy, Mozart und anderen nicht nur einzigartig um, sondern doubelte Franka Potente auch in den Szenen des Films, wo sie am Klavier spielt. Grade durch diese direkte Verbindung von der Hauptdarstellerin und der Filmmusik gelang es Detlef Friedrich Petersen, die unterschiedlichsten Szenen eines Films wie Liebe, Angst, Selbstzweifel, Streit und jugendliches Ungestüm gefühlsecht mit klassischer Musik auszumalen. Die besonderen Highlights auf der ersten CD in dem sehr klassisch-orchestralen Werk sind ohne Zweifel Petersens Titelthema „Siri’s Theme“, Susanne Kessels Darbietung „Thema aus Sonate A-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart, das Pedal-Steel-Guitar-Instrumental „Romance“ sowie die gefühlvolle Soul-Ballade „The truth lies“ von Dana Glover, die gleich in zwei Versionen vertreten ist. Die Singer/Songwriter Neuentdeckung aus den USA konnte im letzten Jahr mit ihrem Debütalbum „Testimony“ auf sich aufmerksam machen, das sich auf Anhieb in den Billboard Charts platzieren konnte. Sie bringt mit ihrer einzigartigen Stimme etwas Südstaaten-Flair in den Film und setzt so einen geschickten Gegenpol zu den klassischen Darbietungen.

Auf der zweiten CD werden dem Hörer 12 klassische Klavierinterpretationen von Susanne Kessel geboten. Darunter die Liedtranskription „Der Doppelgänger“ von Schubert/Liszt, Mendelssohns „Duetto“ aus „Lieder ohne Worte“, Schumanns „Fantasiestück“ für Violoncello & Klavier und Beethovens „Grande Sonate Pathetique C-Moll“ (Allegro molto e con brio/Adagio/Rondo allegro).

„Blueprint“ ist ein Soundtrack, der dicht an der Thematik des Films orientiert, besonders für Freunde der klassischen (Klavier-)Musik geeignet ist. Susanne Kessels Kunstfertigkeit als Pianistin beeindruckt vor allem auf der „Classic Soundtrack“-CD und könnte in Verbindung mit dem Leinwandspiel Franka Potentes den ein oder anderen Filmfreund an die klassische Musik heranführen. Der „Original Soundtrack“ bietet dagegen einige wenige Ausflüge in den Pop-Bereich (Dana Glover, Dusk, Klangkraftwelten), sowie typische Score-Kompositionen, die sich ebenfalls sehr nah an der Klassik orientieren und zusammen eine runde Sache ergeben. Empfehlenswert!

Anspieltipps:

  • Hearts
  • Siri’s theme
  • Suddenly emotion
  • The truth lies (Ballad version)
  • Grande Sonate Pathetique C-Moll (Adagio)
Neue Kritiken im Genre „Klassik-Pop“
8.5/10

Saved By The Bell: The Collected Works Of Robin Gibb 1968-1970
  • 2015    
Diskutiere über „Soundtrack“
comments powered by Disqus