Soundtrack - Mona Lisa Smile - Cover
Große Ansicht

Soundtrack Mona Lisa Smile


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigentlich hätte der Film „Mona Lisa Smile - Mona Lisas Lächeln“ mit seiner sensiblen Geschichte ganz hervorragend in die Vorweihnachtszeit gepasst. Mit Publikumsliebling Julia Roberts in ihrer ersten Hauptrolle seit „Erin Brockovich“ und jeder Menge weiblicher Nachwuchsstarpower (Kirsten Dunst, Julia Stiles, Maggie Gyllenhaal) im Gepäck, hätte das Frauendrama von Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) die ideale Unterhaltung für winterlich kalte Tage abgegeben. Doch daraus wurde leider nichts. So startet der Film erst am 22. Januar 2004. Gut, kalt ist es auch im Januar, nur ist die weihnachtliche Sentimentalität vier Wochen nach dem Fest schon fast wieder aufgezehrt. Doch über ein mangelndes Gefühlsfeintuning muss man sich bei einem Film mit Hollywoodmegastar und Oscar-Preisträgerin Julia Roberts keine Sorgen machen. Die Frau mit dem herzlichen Lachen wird’s schon richten.

Roberts spielt in „Mona Lisa Smile“ Katherine Watson, eine frische UCLA Absolventin, die 1953 am renommierten Mädchen-College Wellesley eine Anstellung als Lehrerin für Kunstgeschichte übernimmt. Entschlossen tritt Katherine der altmodischen Gesellschafts-Moral und der Institution, die an dieser festhält, entgegen und inspiriert ihre traditionsbewussten Studentinnen, einschließlich Betty (Kirsten Dunst) und Joan (Julia Stiles) dazu, dem Leben, das sie eigentlich erwartet, mit allen seinen Herausforderungen zu stellen.

Der Soundtrack präsentiert passend zur Handlung, klassische Songs aus der Zeit der wilden 50ies. Als besonderer Clou wurden dazu keine Originalaufnahmen verwendet, sondern detailgetreue Neuinterpretationen internationaler Topstars wie Seal, Celine Dion, Kelly Rowland (Destiny’s Child), Chris Isaak, Macy Gray, Tori Amos, Lisa Stansfield, Mandy Moore und Barbra Streisand. Die erste Single-Auskopplung „The heart of every girl“ stammt zudem von Sir Elton John und Texter Bernie Taupin und ist trotz leichtem Swingeinfluss sofort als John/Taupin-Komposition auszumachen. Der Song dient zugleich als Titelsong für „Mona Lisa Smile“. Das Album wurde von Trevor Horn (Frankie Goes To Hollywood) produziert, der darüber hinaus auch zwei Stücke mit seinem „Trevor Horn Orchestra“ beisteuerte.

Seal, der im letzten Jahr mit „Love’s divine“ ein nicht für möglich gehaltenes Comeback feierte, überzeugt mit einer gefühlvollen Fassung von „Mona Lisa“, Tori Amos, die gleich mit zwei Songs vertreten ist, stellt mit „You belong to me“ und dem großartigen „Murder he says“ ihre Fähigkeiten als Chansonnière unter Beweis, was Frau Dion („Bewitched“) eigentlich nicht mehr nötig hat. Es ist aber schön zu hören, wenn sich Celine Dion mal nicht durch völlig überfrachtete Bombast-Popsongs kämpfen muss. Eine gute Wahl war auch Macy Gray, deren leicht quiekende Stimme perfekt zum vergnüglichen „Santa baby“ passt. Mandy Moore veröffentlichte 2003 mit „Coverage“ ein überraschend gelungenes Album mit Coverversionen. Auf der „Mona Lisa Smile“-CD darf sie sich nun an „Secret love“ versuchen, was ihr ebenfalls gut gelingt und ihr stimmliches Talent nochmals unterstreicht. Arg bemüht kommt dagegen Rock-’N’-Roll-Crooner Chris Isaak mit „Besame mucho“ daher und auch Lisa Stansfield kann mit „I’ve got the world on a string“ nicht unbedingt eine Glanzleistung abliefern. Dafür machen die Klassiker des Trevor Horn Orchestra („Sh boom “und „Istanbul “) umso mehr Spaß.

Der Soundtrack zu „Mona Lisa Smile“ ist ein unterhaltsamer Ausflug in die musikalische Welt der 50er-Jahre, der ohne große Hits auskommt. Doch auch so erzeugen die 15 Songs eine authentische Stimmung, mit einigen überraschenden Darbietungen (Seal, Mandy Moore, Tori Amos) und jeder Menge Swing!

Anspieltipps:

  • Seal – „Mona Lisa”
  • Barbra Streisand – „Smile”
  • Mandy Moore – „Secret love”
  • Tori Amos – „Murder he says“
  • Elton John – „The heart of every girl”
Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Soundtrack“
comments powered by Disqus