The Weakerthans - Reconstruction Site - Cover
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The Weakerthans Reconstruction Site


  • Label: Burning Heart/SPV
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf der Suche nach der nettesten Band der Welt wird man neben den etablierten Popgöttern von Coldplay bei detailliertem Hinsehen schnell auf The Weakerthans stoßen, diese vier sympathischen Menschen aus dem amerikanischen Winnipeg. Jeder, der einmal das Glück hatte, ein Konzert dieser Band zu besuchen, wird das bestätigen. Positive Atmosphäre, herzallerliebste Songs und ein Sänger, John K. Samson, dessen Organ schlicht und einfach einmalig ist. Und auf Platte hört sich das ganze zwar nur halb so eindringlich, aber trotzdem noch überaus schön an.

Die Lieder haben kein Problem damit, einfach nur schön sein zu wollen und kommen ohne prätentiöses Gehabe schnell auf den Punkt. Nie wird es zu verkopft, immer dominieren zutiefst freundschaftliche und positive Klänge, die manchmal melancholisch, aber nie depressiv klingen. Mal wird eine Trompete eingeworfen (wie im grandiosen Opener „(Manifest)“), dann darf mal ein bisschen Folk eingebracht werden („A New Name For Everything“, oder die charmante Hass-Tirade „One Great City!“). Hin und wieder, und das ist dem Abwechslungsreichtum dieser Platte mehr als zuträglich, werden rockigere Klänge angeschlagen, die gar von der Geschwindigkeit in Richtung Punk-Rock tendieren („The Reasons“).

Absolut einmalig macht diese Band ferner die Intelligenz, mit der die Texte geschrieben wurden. Selbige zeugen von einer selten gesehenen Metaphorik und Frische. Als Beispiel hierfür sei „Plea From A Cat Named Virtute“ genannt, das aus der Sicht einer Katze vom Leben ihres Herrchens erzählt. Sollte die CD einmal in Verdacht kommen, zu seicht zu sein oder auf Dauer auch ein bisschen zu rund und zu wenig aneckend, sei dem Hörer empfohlen, einmal das Booklet zur Hand zu nehmen und die geistreichen Texte zu lesen, die das Album wirklich bereichern.

Insgesamt ist das Album ein gut gelungener Mix aus Rock, Punk, Folk, Songwritertum und viel, viel Pop und verfügt über nicht zu unterschätzende Grower-Qualitäten. Sicherlich kein Meisterwerk, aber eine rundum gelungene Platte, die gerade im Winter erstaunliche Dienste zu leisten imstande ist.

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