Toby Keith - Shock´n Y´all - Cover
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Toby Keith Shock´n Y´all


  • Label: Dreamworks/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hierzulande noch nicht sehr bekannt, zählt der in Clinton, Oklahoma, geborene Toby Keith Covel in den USA zu den fixen Größen in der Country-Szene. Welchen Stellenwert er in den Staaten hat, erkannt man auch dran, dass laut einer Statistik alle 62,6 Sekunden ein Toby-Keith-Song im Radio gespielt wird. 2003 wurde Keith sogar zum „Oklahoman“ des Jahres ernannt.

Wie schon auf den letzten bei DreamWorks erschienenen Alben, wurde auch „Shock’n y’all“ von Toby Keith bzw. seinem langjährigen Partner James Stroud co-produziert. Mit Ausnahme eines Songs hat Toby auch an allen Liedern als Autor oder Co-Autor mitgewirkt. Aufgenommen wurden die Songs in den Shrimp Boat Sound Studio in Key West, Florida, abgesehen von den zwei in Alabama live eingespielten „Bus Songs“, dazu aber später mehr.

Mr. Keith hat einen waschechten, amerikanischen Humor und es schert ihn offengestanden einen Dreck, ob er politisch korrekt ist oder nicht. In einem Interview meinte er, die Songs auf dem neuen Album seien ganz er selbst - eher eigenwillig und überhaupt nicht kommerziell. Nun, ganz so ist es wohl nicht. Auf jeden Fall trifft er erneut den Geschmack seiner Fans, was 585.000 verkaufte Tonträger innerhalb einer Woche beweisen. Schon der erste Track, gleichzeitig die erste Single, ist ein echter Knaller: „I love this bar“, eine gemütlich urige Ballade, in der uns Toby vermittelt, was seine Stammkneipe so liebenswert macht, hält sich seit mittlerweile 18 Wochen in den oberen Regionen der US Billboard Countrycharts. „Whiskey girl“, das nächste Stück, handelt über (wahrscheinlich) unser aller Traumfrau, die sich nicht lange mit Wein, Rosen oder Champagner aufhält, sondern einen guten Whiskey bevorzugt und einen 69er Mustang fährt.

Ganz auf die patriotische Schiene gerät man mit den Songs „The taliban song“ (einer der beiden „Bus Songs“), in dem er mit dem nötigen Augenzwinkern einen afghanischen Kamelhirten erzählen lässt, wie er und seine Familie von den Taliban unterdrückt werden, bis endlich die US-Truppen Bomben auf die Taliban werfen, die daraufhin wie Hasen um ihr Leben laufen. „American soldier“, die zweite Singleauskopplung, klingt, als hätte der US-Verteidigungsminister bei Toby einen Werbejingle für die Army in Auftrag gegeben. „Weed with Willie“ (Willie, ist der Tourbusfahrer von Toby Keith und seiner Band) war ebenso wie „The Taliban Song“ eigentlich nur als Unterhaltung während der Fahrten von Konzert zu Konzert für die Bandmitglieder gedacht. Beide Songs kamen aber so gut an, dass sie ins Live-Programm mitaufgenommen wurden und so den Weg auf dieses Album fanden.

Mein persönlicher Favorit ist „Don’t leave, I think I love you“, ein flotter Countrysong, den Toby gemeinsam mit Ronnie Dunn (Brooks & Dunn) geschrieben und komponiert hat. „Listen to me, I’m a babblin’ fool“ heißt es da im Text. Und wer von uns kennt nicht die Situation, wo einen die Liebe im Supermarkt, in einer Bar oder auch nur im vorübergehen auf der Straße wie ein Blitz trifft, man aber genau weiß, dass nach diesem einen Moment keine Chance mehr besteht, diese Frau wiederzusehen. Ebenfalls erwähnenswert ist „The critic“. Der Song erinnert zu Beginn ein wenig an den Klassiker „King of the road“. Mit Keith’ speziellen Humor, der immer wieder in seinen Liedern hervorsticht, wird uns hier die Lebensgeschichte eines Musikkritikers vermittelt.

Die restlichen Titel sind durchwegs gelungene Country-Rocksongs, die ein empfehlenswertes Album bilden, das in keiner New-Country-Sammlung fehlen sollte. “When you write your own music and have a personality people can sink their teeth into as much as your music, you can stick around for a long time”, sagt Toby in einem Interview mit dem Rolling Stone, bevor mit einem Grinsen hinzufügt: “That’s just what I’m planning to do.”

Anspieltipps:

  • I love this bar
  • Whiskey girl
  • The critic
  • Don’t leave, I think I love you
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