Dover - The Flame - Cover
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Dover The Flame


  • Label: Chrysalis/EMI
  • Laufzeit: 29 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Rockmusik aus Spanien – das hört sich erstmal gar nicht mal so gut an und lässt nur Kundige eventuell an die „Heroes del Silencio“ denken, die tatsächlich mal einen europaweiten Hit hatten. Ansonsten ein unbeschriebenes Blatt in der wunderbaren Welt des Rock `n Roll, diese iberische Halbinsel. Wären da nicht „Dover“, man müsste fast glauben, in Spanien würde gar kein Pop produziert werden. Doch zum Glück gibt es die Band um ihre charakteristische Sängerin Christina Llanos, die außerdem aus deren Schwester Amparo (Gitarre) und den Rhythmusbuben Jesús Antúnez und Alvaro Diez besteht. Eine Band ist das, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, einfach in alle Richtungen loszurocken, sei es trockener Rock `n Roll, fetziger Punk-Rock oder lupenreiner Balladen-Pop.

Auf Dover aufmerksam wurde man vor allem im letzten Jahr, als sie zusammen mit den Toten Hosen auf Tour gingen und vor vollen Hallen spielten. Ihre unbekümmerte Rockmischung, gepaart mit ihrer grundsympathischen Sängerin Christina, deren rauchig-naive Stimme einen charakteristischen Wettkampf mit den teilweise hart durchgreifenden Gitarren führt, fand schnell Anhänger. Ein Konzept, das nun auch auf dem inzwischen fünften Album in acht Jahren, „The Flame“, Anwendung findet. Eine mal rockende („Afterhours“, „The Flame“), mal balladeske („Someone Else’s Bed“) und hin und wieder einfach grandios-poppige („Honest“) Mischung, die sofort zündet und in ihrer Unbekümmertheit unerreicht ist.

„The Flame“ ist wie auch schon der Durchbruch „Devil Came To Me“ ein Album, das auf Anhieb Spaß macht und das auch immer wieder tut. Die Songs sind zwar durchaus vorraussehbar aufgebaut und stets darum bemüht, den Hörer nicht mit allzu verkopfter Introvertiertheit zu überfordern. Das ist so durchschaubar, dass es schon wieder unwiderstehlich ist und sofort Gefallen findet. Dover haben es geschafft, einen eigenen Stil zu kreiren, der so im europäischen Rock-Zirkus unerreicht ist. Und Pausen werden bei einer solchen Spielzeit (29 Minuten!) ohnehin nicht eingelegt, alle Songs zünden und wollen einfach nur unaufdringlich Spaß machen. Quantensprünge wird niemals jemand von Dover erwarten und das ist natürlich auch die selbstverständliche Schwäche dieser Platte, die auch schnell mal langweilig werden kann. Ein schneller Quickie für zwischendurch ist das, der zwischen zwei Radiohead-Sessions beispielsweise durchaus gute Laune macht und niemals nervig ist. Mehr aber auch nicht, und es wäre anmaßend, mehr von Dover zu erwarten.

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