Body Count - Murder 4 Hire - Cover
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Body Count Murder 4 Hire


  • Label: Escapi Music/EDEL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Angefangen bei einer unfassbar miesen Produktion, über dumpfe Raps, peinliche Texte und pappig klingende Drums, bis hin zu blechern rumpelnden Riffs, dilettieren die fünf Musiker bis zum Erbrechen.

Der Rapper Ice-T alias Tracy Morrow zählte Ende der 80er Jahre zu den coolsten Säuen im Business und lieferte bis in die frühen Neunziger legendäre Alben wie „The Iceberg“ (1989), „O.G. – Original Gangster“ (1991) und „Home Invasion“ (1993) ab. Auf der Welle des Erfolgs konnte sich Ice „Motherfuckin’“ T scheinbar alles erlauben und rief zusammen mit Ernie-C (Gitarre), D-Roc (Gitarre), Mooseman (Bass) und Beatmaster V (Drums) die Rap-Metal-Combo Body Count ins Leben, die auf Thrash-Riffs derbe Texte rappte, die bald herbe Kontroversen hervorriefen.

Unschöner Höhepunkt war der Song „Cop Killer“ (1992), der Gewalt gegen Polizisten verherrlichte und damit direkten Bezug auf die Misshandlung des farbigen US-Bürgers Rodney King durch weiße Polizisten im selben Jahr nahm. Indirekt kostete dies Ice-T seinen Majordeal bei Sire/Warner Bros., was seinen langsamen künstlerischen wie kommerziellen Abstieg einläutete. Dennoch war das erste Body-Count-Album eine durchaus starke Crossover-Platte, die Bands wie Korn, Rage Against The Machine und Limp Bizkit beeinflussen sollte. Mit den Nachfolgern „Born Dead“ (1994) und „Violent Demise: The Last Days” (1997) konnte die Band dagegen keinen Hering mehr vom Teller ziehen und enttäuschte auf der ganzen Linie. Die Alben lagen wie Blei in den Regalen, während sich Body Count auf tragische Weise selbst in seine Einzelteile auflöste. So starb Schlagzeuger Beatmaster V 1996 an Leukämie, Bassist Mooseman erlag 2000 in Los Angeles einem Drive-By-Shooting und Gitarrist D-Roc verstarb vor zwei Jahren an Lungenkrebs.

Dennoch kursierten seit Jahren Gerüchte um eine neue Platte von Body Count, die nun tatsächlich auf den Markt kommt. Mit den neuen Leuten Vincent Price (Bass), Bendix (Gitarre) und OT (Schlagzeug) wollen es Ice-T und Ernie-C offenbar noch mal wissen. Doch das hätten die beiden besser sein lassen sollen! Auf dem kleinen Label Escapi Music beerdigen sie Body Count nämlich endgültig mit einem grottenschlechten Album namens „Murder 4 Hire“, das von vorne bis hinten Müll ist!

Angefangen bei einer unfassbar miesen Produktion, die diese Bezeichnung in keiner Weise verdient, über dumpfe Raps, peinliche Texte und pappig klingende Drums, bis hin zu blechern rumpelnden Riffs der Sorte „Einfallslos zum Quadrat“, dilettieren die fünf Musiker bis zum Erbrechen, bis auch der letzte Hörer die Geduld verliert. Ernie-C schrubbt eine Dreiviertelstunde lang auf ein und demselben Riff herum, Ice-T hat im Prinzip nichts mehr zu sagen und die drei Newcomer vergessen wir auch lieber ganz schnell. Es ist wirklich unfassbar, was sich diese Band auf „Murder 4 Hire“ erlaubt. Wenn man Body Count nicht schon vor zehn Jahren abgeschrieben hätte, könnte dieser Niedergang richtig schmerzen. So aber schaut man lediglich peinlich berührt zu Boden und schämt sich für ein ehemaliges Rap-Genie.

Anspieltipps:

  • Relationships
  • Murder 4 hire
  • Down in the bayou
  • You don’t know me (pain)
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