R.E.M. - In Time: The Best Of R.E.M. - Cover
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R.E.M. In Time: The Best Of R.E.M.


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 137 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine sehr gelungene „Best Of“-Zusammenstellung, die sowohl Fans als auch Neueinsteiger zufrieden stellen sollte.

Es gibt haufenweise Bands, die sich mit nur einem Album in den Rock-Olymp katapultiert haben. Leider gibt es auch genau so viele Beispiele dafür, wie eben diese Gruppen ihre Karriere mit indiskutablen Nachfolgern in den Orkus der Rockgeschichte spülten. Nur ganz wenige Bands vermögen dagegen während ihrer Laufbahn mehrere Top-Alben am Stück zu veröffentlichen um sich damit einen unauslöschlichen Heiligenstatus bei Fans und Kritikern zu erarbeiten. R.E.M. aus Athens, Georgia zählen zweifellos zu dieser Gattung der „heiligen“ Bands.

Schon zu Beginn ihrer Karriere genossen Michael Stipe, Peter Buck, Mike Mills und Bill Berry, der die Band 1997 verließ, im musikalischen Untergrund Amerikas Kult-Status, ehe sie mit ihrem Album „Out of time“ (1991) zu weltweiten Megastars avancierten. Da R.E.M.’s Durchbruch ausgerechnet mit dem Auslaufen ihres Plattenvertrags bei Warner Bros. einherging, durften sich die Musiker schon bald über einen der best-dotierten Anschlussverträge in der Rockgeschichte freuen. Trotzdem wurde aus den Amerikanern keine langweilige Altherrenband, die nur noch mit der Verwaltung ihres Vermögens beschäftigt ist, sondern eine von der Suche nach Innovationen getriebene Rockband mit Vorbildcharakter für viele Newcomer. Alben wie „Automatic For The People“ (1992), „Monster“ (1994), „New Adventures in Hi-Fi“ (1996), „Up” (1998) und „Reveal” (2001) förderten immer wieder Perlen zutage, auch wenn nicht alle Werke auf gleich hohem Niveau waren.

Im Laufe der über 20-jährigen Bandgeschichte haben sich weit über 200 Songs angesammelt, von denen nun 16 auf der inzwischen dritten „Best Of“-Compilation „In Time: The Best Of 1988 - 2003“ erscheinen. Dazu werden dem Hörer mit dem poppigen „Bad day“ und dem Psychedelik-Rocker „Animal“ zwei neue Songs präsentiert, wobei „Bad day“ bereits 1986 geschrieben wurde, aber erst 2003 mit einem kritischen Text zum Thema "Leben in Amerika" vervollständigt wurde. Das Auswahlverfahren für „In Time“ war diesmal eine bandinterne Angelegenheit, in die sich das Label nicht einmischen durfte. Alle Bandmitglieder erstellten Listen mit ihren persönlichen Favoriten, wodurch es ein Leichtes war, eine demokratische Entscheidung zu treffen. Dies macht dann auch den größten Unterschied zu einer „Greatest Hits“-Auswahl aus. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, dass kongeniale Songs wie „Drive“ oder Pflichttitel à la „Strange currencies“, „Bang and blame“ oder „Leave“ auf dieser Compilation fehlen.

Dafür befinden sich vermeintliche Seltenheiten wie „All the right friends“ vom herausragenden „Vanilla Sky“-Soundtrack oder All-Time-Klassiker wie der tieftraurige Gänsehautsong „Everybody hurts“ oder das grandiose „Nightswimming“ auf dem Album. Aber auch romantische Auswüchse wie „At my most beautiful“, sonnige Mini-Hits („Imitation of life“), deftige Rock-Kost („What's the frequency, Kenneth?“), psychedelische Pop-Kunst im Duett mit Rock-Ikone Patti Smith („E-bow the letter“), bis hin zu euphorischen Generationshymnen wie „The sidewinder sleeps tonite“ findet der geneigte Hörer auf der randvollen CD. Lediglich auf das tot genudelte „Shiny happy people“ wurde auf „In Time“ im allgemeinen Einverständnis verzichtet. Unverzichtbar ist dagegen die limitierte Auflage mit Bonus-CD, die sich alle „Die Hard Fans“ zulegen sollten. Hier werden nochmals 15 Live-Songs, B-Seiten, Acoustic- und Demoversionen zusammengefasst, die alle Sammlerherzen erfreuen dürften. So gibt es eine akustische Version von „Pop song ´89“, Live-Versionen von „The one I love“, „Drive“ und „Country feedback“ (Live in Wiesbaden 2003), sowie alternative Versionen von „Why not smile“ und „Leave“ zu hören, die eine sehr gelungene „Best Of“-Zusammenstellung abrunden, die sowohl Fans als auch Neueinsteiger zufrieden stellen sollte.

Anspieltipps:

  • Daysleeper
  • Nightswimming
  • Everybody hurts
  • Man on the moon
  • Losing my religion
  • The sidewinder sleeps tonite
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