Kruder Und Dorfmeister - DJ Kicks - Cover
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Kruder Und Dorfmeister DJ Kicks


  • Label: Studio K7/ZOMBA
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn die beiden Österreicher DJs und Produzenten Peter Kruder und Richard Dorfmeister über ihre Musik reden, klingt alles so einfach: "Unser Handwerkszeug ist ein Apple-Computer und drei Kilo Marihuana, dann hat man den Klang im Kopf." Und tatsächlich bestehen zu keiner Sekunde Zweifel an dieser Aussage. Ihre Art, verschiedene musikalische Spielarten zu einem neuen Mix zusammenzufügen, ist schon einmalig. So präsentieren Kruder & Dorfmeister auf ihrem Beitrag zur „DJ Kicks“-Reihe des Berliner Labels K7 eine Melange aus Acid-Jazz, TripHop, Drum & Bass und allerlei abstrusen Geräuschen, die den Eigensinn und die Lässigkeit der Wiener Combo unter Beweis stellen. Dieser Mix verleiht dem Album eine seltsame Grundstimmung, die es so einmalig macht und typisch für Kruder & Dorfmeister Produktionen ist.

Aggression findet in der Musik nicht statt. Viel mehr beschreibt Peter Kruder sie als melancholisch und nicht böse und schon gar nicht als düster. Das Duo ist eher an einem sanften Fluss der Musik, als an Brüchen interessiert. Neudeutsch würde man diesen Klang wohl als „chillig“ einordnen und als Frühstücksbeilage nach einer durchzechten Nacht empfehlen. Doch trotz der melancholischen Klänge verfällt das Album nicht in Monotonie. So bieten bereits die ersten, der insgesamt 17 Tracks, auf „DJ Kicks“, eine unheimliche Vielfalt, die jegliche Langeweile ausschließt. Rhythmische, aber sinnliche Drums, vermischt mit elektronischen Spielereien und verhalten eingebauten Gesangsfetzen erzeugen beim oft gestressten Hörer ein Wohlgefühl der besonderen Art.

Die musikalische Reise wie auf Wolken führt den Hörer durch Klanglandschaften mit afrikanischem Touch, die durch melodische Gitarrensounds, kombiniert mit Urvölkergesängen, erzeugt werden. Im Laufe der Zeit ertappt sich der Hörer beim Genuss dieser musikalischen Kostbarkeit, wie er geistig davon schwebt und dem Sound ganz und gar verfällt. So fällt erst gar nicht auf, dass einige Sequenzen völlig ohne Beats auskommen, bis der Hörer mit einem weinenden Auge bemerkt, dass das Album bereits beim letzten Track angekommen ist. Die 73 Minuten sind wie im Rausch verflogen und lassen das Fazit zu, dass „DJ Kicks“ ein Meilenstein in der Laufbahn der österreichischen Elektronik-DJs und für das gesamte Genre darstellt. „DJ Kicks“ ist nicht nur musikalisches Aspirin, sondern auch eine vitaminreiche Nahrungsbeilage für den gepflegten „Chill Out“.

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