The Doors Of The 21st Century - Live In Hollywood - Cover
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The Doors Of The 21st Century Live In Hollywood


  • Label: DiscLive Records
  • Laufzeit: 153 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Sammlerherzen, zückt eure Kreditkarten! Kurz nach Veröffentlichung der Bootleg-Box „Boot Yer Butt!“ kommt hier der nächste Rundumschlag der Kult-Band The Doors.

Achtung Sammlerherzen, zückt eure Kreditkarten! Kurz nach Veröffentlichung der Bootleg-Box „Boot Yer Butt!“ kommt hier bereits der nächste Rundumschlag der kalifornischen Kult-Band The Doors. Und wieder geht es richtig zur Sache, denn mit diesem Live-Album wird erneut Geschichte geschrieben. Am Abend des 31. Dezember 2003 gaben die reformierten Doors als „The Doors Of The 21st Century“ im Kodak Theatre in Hollywood ein legendäres Konzert, das die Welt auf ein neues Studioalbum, dem dritten ohne Jim Morrison, vorbereiten soll.

In der Besetzung Robby Krieger (Gitarre), Ray Manzarek (Keyboards), Ian Astbury (Vocals), Angelo Barbera (Bass) und Ty Dennis (Drums) spielten die Doors des 21. Jahrhunderts ein 23 Songs umfassendes Set, das die Nachfolge des begehrten, zehn Jahre alten Bootlegs „The Doors With Eddie Vedder“ antritt. Damals, am 12. Januar 1993, gaben John Densmore, Robby Krieger, Ray Manzarek und Don Was am Bass, zusammen mit dem Pearl-Jam-Frontmann, anlässlich der Aufnahme in die „Rock 'N Roll Hall Of Fame“ im Century Plaza Hotel in Los Angeles ein kurzes Konzert, nach dem sich die Fans noch heute die Finger lecken.

Der legitime Nachfolger „Live In Hollywood – New Year’s Eve 2004“ stellt dieses Bootleg bei weitem in den Schatten. Mit einer unheimlich tight aufspielenden Backing Band im Rücken und einem unwiderstehlichen Ian Astbury am Mikrofon, der mit seinen derben Flüchen und einer ähnlich kaputten Stimme wie Jim Morrison bei den Aufnahmen zum „LA Woman“-Album, dem „Lizard King“ sehr nahe kommt, zaubern die „neuen“ Doors eine authentische Atmosphäre in den Raum, die das Konzert schon bald zu einem kultisch verehrten Ereignis erheben wird. Doch wer sind die Musiker, die die verbliebenen Ur-Mitglieder Robby Krieger und Ray Manzarek begleiten? Da ist zum einen ein gewisser Angelo Barbera, der als jüngstes von vier Kindern am 12. Juni 1965 in Süd-Kalifornien zur Welt kam. Er begann mit 12 Jahren Bass zu spielen und war bisher in den Bands von Lita Ford, Red Square Black, Perfect Stranger und The Motels tätig. Im Jahr 2000 nahm er ein Engagement in der Robby Krieger Band an und spielte zusammen mit den Doors bei ihrem „VH-1 Storytellers“-Auftritt im September desselben Jahres. Im Sommer 2002 gaben die Doors verschiedene Gigs im Zuge der Harley-Davidson Open Road Tour, die direkt in die Vorbereitungen eines neuen Studioalbums mündeten und seitdem von vielen Reunion-Konzerten der „Doors Of The 21st Century“ begleitet wurden.

Ty Dennis hat den Posten des ausgestiegenen Drumers John Densmore übernommen, der von der Idee einer Doors-Reunion nichts hielt und die Band daraufhin verließ. Dennis ist der Sohn eines Jazz-Schlagzeugers, was seine Einflüsse aus den Bereichen Jazz, Rock und Funk begründen dürfte. In seiner 15-jährigen Karriere spielte er u.a. bei Elephant Ride, Firebug, The Motels und der Robby Krieger Band. Bekanntester Neuzugang ist Ian Astbury. Der aus Heswall, Merseyside in England stammende Sänger wurde mit der Düster-Rockband The Cult berühmt. Astbury verbrachte lange Zeit seiner Kindheit in Kanada und Schottland, ehe seine Familie 1979 nach England zog. Nach einem weiteren Umzug nach Bradford, Yorkshire gründete er zusammen mit Gitarrist Billy Duffy die Gothic-Rockband The Southern Death Cult, aus der später The Cult hervorging. In den 80er-Jahren brachten The Cult einige hochklassige Alben heraus. Doch als in den 90ern die Grunge-Welle über den Globus schwappte, bekam die Band kein Bein mehr auf den Boden. The Cult lösten sich 1995 auf und Astbury gründete die erfolglose Band The Holy Barbarians. Nach einem Soloausflug („Spirit/Light/Speed“, 2000) und einer mittelprächtigen Cult-Reunion („Beyond good and evil“, 2001) heuerte Astbury bei den 21st Century Doors an.

Das drei CDs umfassende Werk bietet ein wahres Hit-Feuerwerk und damit alles, was Doors-Fans erwarten können. Zudem ist der Sound für eine ungemasterte Live-Aufnahme aller erster Sahne. Klar, druckvoll und unzensiert („may not be suitable for minors”) knallen die Songs aus den Boxen und sorgen für zeitweiliges Grinsen der debilen Art. Zwar hat man sich nicht an das Heiligtum „The end“ herangetraut, doch dafür erlebt der Hörer erstmals Songs vom letzten Studioalbum mit Jim Morrison („LA Woman“, 1971) live. Dazu gibt Waylon Krieger (Sohnemann von Robby) als Gast-Gitarrist ein Stelldichein. Es gibt aber auch einen Wermutstropfen. Das Album ist lediglich auf 1.000 Exemplare limitiert, von denen Ende Januar 2004 bereits rund 800 Stück verkauft waren. So sind die Chancen ziemlich gering, in den Genuss der taufrischen Live-Darbietungen einer der größten Bands aller Zeiten zu gelangen. Aber noch ist die Chance nicht vorbei. Also nichts wie ran, um sich dieses historische Zeitdokument zu sichern!

Setlist

  • Peace frog
  • Roadhouse blues
  • Break on through
  • When the music’s over
  • Love me two times
  • Alabama song/Back door man
  • Five to one
  • Crystal ship
  • People are strange
  • Spanish caravan
  • The changeling
  • Love her madly
  • Been down so long
  • Riders on the storm
  • L`america
  • Cars hiss by my window
  • Hyacinth house
  • Texas radio
  • Not to touch the earth
  • LA woamn
  • Wild child
  • Soul kitchen
  • Light my fire
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