HNO - Everything Is Good - Cover
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HNO Everything Is Good


  • Label: Südpol Records/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ab und an flattern einem Rezensenten CDs auf den Tisch, die er zum einen nicht auf der Rechnung hatte, geschweige denn, dass er jemals von der besagten Band gehört hat. Da herrscht natürlich erstmal Alarmstufe Rot. Weiß man doch aus Erfahrung, dass das Pendel in solchen Situationen, je nach Qualität des Tonträgers, zwischen nerviger Pflichtaufgabe und spannender Entdeckungsarbeit ausschlägt. Im Fall der Schweizer Band HNO trifft zum Glück letzteres zu, womit der Titel ihres dritten Albums quasi zum Programm wird: „Everything is good“.

Das Gründungsdatum der Band geht bis ins Jahr 1990 zurück, als man sich unter dem etwas verwirrenden Namen „Hös’n Öhr“ zusammenschloss. Sieben Jahre später erscheint das Debütalbum „Pista, Pasta, Pusta“, ehe man auf den Bandnamen HNO umsattelt und 1999 das Werk „The Big TV Revenge“ auf den Markt bringt. Der Song „I don’t care“ entwickelt sich vor allem in Süddeutschland zu einem kleinen Radio-Hit, worauf HNO auf ausgedehnte Konzertreise gehen. In dieser Zeit stößt Keyboarder Dominik Schreiber zur Band, die dadurch zum Quintett erweitert wird. Das aktuelle Line-Up verzeichnet Stefan Frühmorgen als Sänger, Frank Niklaus an der Gitarre, Lukas Speissegger am Bass, Jürg Morgenegg an den Drums und eben Dominik Schreiber an den Tasteninstrumenten.

Im Frühjahr 2002 zieht sich die Band in die einsame Berglandschaft von Engelberg zurück, um dort im angemieteten Gasthaus „Grünenwald“ an neuem Material zu arbeiten. So entstehen in der Folge rund 30 neue Songs, wovon HNO schließlich elf Stück für das Album aussuchen. Diese werden im Frühjahr 2003 unter der Führung von Alaska Winter, der auch schon bei den Bananafishbones am Produzentenpult saß, eingespielt und von Mario Thaler (u.a. The Notwist) abgemischt.

Vom forsch abrockenden Opener „Fifteen minutes of shame“, über den hymnisch schallenden Titeltrack „Everything is good“ bis zum leise verglimmenden Schluss-Feedback („In beautiful grace“) liefern HNO eine selbstbewusste Vorstellung ab, die für eine solch junge Band aller Ehren wert ist. Das Album macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß und präsentiert eine kurzweilige Achterbahnfahrt zwischen elektronisch verspielten Groove-Rockern („Complain“), atmosphärischen Pop/Rock-Balladen („Close to you“), ein wenig zusammengeklauten Elektro-Rock-Songs („Snood“, „Not my day“), fetten Riff-Monstern („Going out“) und schlicht und ergreifend großartigen Rockhymnen wie „Happy birthday Jesus“ oder „Funny aeroplane song“.

Kurz gesagt präsentieren sich HNO auf „Everything Is Good“ als gereifte Nachwuchsband, deren Stilelemente zwar ab und an bei den vermeintlich großen Vorbildern abgeschaut klingen, doch unterm Strich immer noch genügend Eigenständig mitbringen. Ob mit komprimierter, leicht verzerrter Stimme gesungen, von strähnigem Synthesizer begleitet oder durch Kraft-Akkorden angetrieben - die Songs klingen durchweg gekonnt und kündigen eine viel versprechende Karriere von HNO an.

Anspieltipps:

  • Complain
  • Close to you
  • Happy birthday Jesus
  • Funny aeroplane song
  • Fifteen minutes of shame
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