Mark´Oh - More Than Words - Cover
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Mark´Oh More Than Words


  • Label: Orbit Records/SONY
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei CDstarts wird Leserservice groß geschrieben. Denn wo, außer in der einschlägigen Teenie-Presse, erfährt der geneigte Zappelbudenfrequentierer alles Wissenswerte zum so genannten Jubiläumsalbum von Mark`Oh? Mark wer? Ist das nicht dieses drahtige Kerlchen an den Turntables, der Studio-Wizard und Chart-Stürmer aus dem westfälischen Dorsten? Yep! Der als Marko Albrecht zur Welt gekommene Techno-Veteran tauchte 1993 mit seiner Debütsingle „Randy (Never stop that feeling“) erstmalig in den deutschen Charts auf und ist seitdem nicht mehr aus der Dance-Pop-Szene wegzudenken.

Das Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, wurde zum Grundstein einer erfolgreichen Karriere, die auf dem Zenit der Techno-Welle begann und von Mark´Oh als einer der ganz wenigen Acts überlebt wurde. Dabei war das, was in den Charts als Techno-Musik geführt wurde, niemals mit dem echten Techno-Sound vergleichbar. Wer einmal auf einem Underground-Rave gewesen ist, wird dies bestätigen können. Die besagten Künstler dieser Zeit boten viel mehr eine Art aufgetunten Dance-Pop, der niemals um eine eingängige Melodie oder um eine messerscharfe Hookline verlegen war. Der „King of the Koppel“ aus kommerzieller Sicht war unser Mann aus Dorsten, der mit widerspänstigen Ohrwürmern der Marke „Love song“ und „Tears don’t lie“ oder Kultsongs à la „Droste, hörst du mich?“ zu einem echten Millionseller avancierte. Das Markenzeichen des Mark´Oh-Sounds sind die hoch gepitchten Vocals, die auch auf seinem sechsten Werk „More Than Words“ wiederzufinden sind.

Für diese Jubiläums-CD hat der Produzent und DJ ein Bündel aus zehn Songs geschnürt, das der Dance-Crowd neben innovativen Sounds, frischen Beats und spacigem Soul, leider auch einige reichlich schlappe Nummern wie das schleppende „Mystic symphony“ präsentiert. Eröffnet wird das Album durch die im Januar 2004 erschienene Single „Words“ (feat. Tjerk), die auf Anhieb auf Platz 14 der Media Control Single Charts schnellte, und den Meister als König der melodiösen High-Speed-Techno-Hymnen präsentiert. Der Platz für Emotionen wird auf „More Than Words“ von Diana Schneider, einer dunkelhäutigen Sängerin aus Münster, gefüllt. Mit ihrem sehnsuchtsvollen Soul-Timbre haucht sie „You“ so etwas wie Seele ein. Dasselbe wiederholt sie beim Remake des Brenda-Russell-Klassikers „Get here“, dem besten Song des vorliegendes Albums. Spätestens seit dem Lionel-Richie-Cover „Stuck on you“ (2003), das auch auf der CD vertreten ist, weiß jeder, dass Mark´Oh ein Händchen für Coverversionen hat. Bei „Get here“ greift er allerdings mit ausgeklügelten Tempowechseln, Filter-Beats und Deep-Grooves zu romantischen Piano-Akkorden tief in die Experimentiertrickkiste, so wie man Herrn Albrecht noch nie gehört hat.

Doch wie schon erwähnt, ist das Vergnügen auf „More Than Words“ keine durchgehende Angelegenheit. Mindestes die Hälfte der Tracks fallen nach näherer Betrachtung durch das hochgesteckte Erwartungsraster und enttäuschen auf ganzer Linie. So kommt der „Partytrain“ zu keiner Zeit ins Rollen und die „Partytime on planet earth“ fällt mit ihren billigen Beats auch sehr mager aus. Die Karriere-Reflektion „Around the world“ ist ein müder HipHop-Song auf DJ-Bobo-Niveau (ob New York, Rio, Tokio – „Hey, you folks, I love you so!“) und „Fly away“ kommt als tausendmal gehörter Trance-Pop Lückenfüller daher. Das ist nett – und man kann sich auch ganz prächtig die bunten Laser-Lights vorstellen, die zum Rhythmus des Stücks zappeln – aber innovatives Songwriting ist was anderes.

Aber wir wollen mal nicht so hart mit Mark´Oh ins Gericht gehen. Schließlich gibt es da draußen weit aus schlimmere Outputs, als dieses gut gemeinte Dance-Pop-Album, für eine Zielgruppe, die niemanden auf die Nerven geht und in VIVA TV ihr Zuhause gefunden hat. So, is everybody on the floor??? Hyper! Hyper!

Anspieltipps:

  • Words
  • Get here
  • I promise my love to you
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