No Doubt - No Doubt - Cover
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No Doubt No Doubt


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man sich unter Musikinteressierten Zeitgenossen umhören würde, ob sie die Band No Doubt kennen, würden bestimmt 98% der Befragten sagen: "Na klar. Die haben doch 1996 den großen Hit ‚Don`t speak´ gelandet!". Schon richtig, aber kennen diese Menschen auch ihr Debütalbum „No Doubt“, welches 1992 veröffentlicht würde? Eher nicht.

Der Ursprung von No Doubt lässt sich im Jahr 1987 im kalifornischen Orange County finden. Nachdem sich der erste Sänger John Spence, ein Jahr nach der Gründung der Band, das Leben genommen hatte, verpasste die damals 17-jährige Gwen Stefani der Combo ein neues Gesicht, was sich für die Zukunft als wahrer Glücksgriff herausstellte. Angefangen als kleine Garagenband, die ihre Demos an Plattenfirmen schickt, bis sie endlich einen Aufbauvertrag erhält, über den Status eines Support-Acts für die Red Hot Chili Peppers und andere „Big Names“ der Branche, bis hin zum weltweiten Megaseller – No Doubt haben den klassischen Karriereweg eingeschlagen. 1992 nahm die Band in der Besetzung Adrian Young (Drums), Tony Kanal (Bass), Tom Dumont (Gitarre), Eric (Keyboards) und Gwen Stefani (Vocals) ihr selbstbetiteltes Debütalbum in den A&R Studios im sonnigen Hollywood auf, dass nicht gerade mir traumhaften Verkaufszahlen protzen konnte. Dennoch zeigt das Album den musikalischen Ursprung von No Doubt, der sich mit ihrer heutigen Musik kaum noch vergleichen lässt. Schaut man sich die Bandphotos im Booklet an, meint es gar mit einer völlig anderen Band zu tun zu haben. Damals war eben noch keine Spur des heutigen Hochglanzlooks in Sichtweite.

Mit ihrer Debüt-CD lieferten No Doubt einen bunten Mix aus fröhlicher Ska-Musik, Rock- und Reggae-Elementen ab, der nicht nur durch den unterschiedlichen Musikgeschmack der Bandmitglieder geprägt war, sondern vor allem durch Keyboarder Eric Stefani, dem Bruder von Sängerin Gwen, dominiert wurde. Charakteristisch für das Frühwerk der Kalifornier ist der Trompeten- und Saxophonsound, der im Laufe der Jahre immer weiter in den Hintergrund rückte. Besonders das Intro „BND“ und der zweite Track „Let`s get back“ verkörpern die geradezu lustige Blasmusik. Gerade hier findet man die markanten Einflüsse aus der Ska-Musik wieder, die sich durch das ganze Werk ziehen. Ebenso die heute oft vermissten Gitarren lassen das Album zu einem nie langweilig werdenden Vergnügen werden. Alles in allem versprühen die zahlreichen Variationen einen heiteren Charme, der das Album bis zum sechsten Titel einfach als „gute Laune“-Werk erscheinen lässt, bei deren Produktion die fünfköpfige Gruppe sehr viel Spaß hatte. Da erscheint besagter Song Nummer 6 („Sad for me“) inmitten der facettenreichen Songideen fast schon als Insel der Erholung, erinnert das Stück mit seinem minneartigen Gesang doch stark an die Musik des Mittelalters. Doch genau diese Stilbrüche machen das Album so interessant und überraschen den Hörer mit immer neuen Wendungen.

Es folgen weitere Stücke rockiger Ska-Musik, lediglich unterbrochen durch das balladeske „Sometimes“, ehe das vorliegende Werk mit „Brand new day“ ebenso fröhlich, lebensbejahend und beschwingt ausklingt, wie es mit „Let’s get back“ angefangen hat. Zwar erscheint das Album durch die zahlreichen Variationen teilweise etwas hektisch, doch unterm Strich stellt No Doubts Debütalbum das ursprünglichste Gesicht einer Band dar, die erst ein paar Jahre später durch poporientierte Musik berühmt geworden ist.

Anspieltipps:

  • Move on
  • A little something refreshing
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