The Veils - The Runaway Found - Cover
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The Veils The Runaway Found


  • Label: Rough Trade/ZOMBA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Füllhorn an allem, was zwischen Jeff Buckley, Starsailor, The Verve und dieser ganzen Musik von der britischen Insel so musikalisch zusammenkommt.

Wer in den ersten Tagen, die erahnen lassen, das bald der Frühling naht, schon mal unverständlicherweise in Versuchung kommen sollte, sich mal wieder richtig ausheulen zu wollen, dem sei hiermit in aller Form das Album ans Herz gelegt, das wir hier zu besprechen haben: "The Runaway Found" von The Veils. Ein Füllhorn an klagender Elegie, Herzschmerz und heulendem Brit-Rock. Das ist nicht mehr melancholisch, das ist einfach traurig, aber doch schön.

The Veils, das ist in erster Linie der zwanzigjährige Finn Andrews, Sohn des Bassisten der Achtziger-Combo "XTC", und seine Mit-Musikanten. Und ihre Musik hat so gar nichts mit "The"-Bands dieser Tage zu tun. Sie ist wie gesagt traurig, und das eigentlich nun wirklich ohne Ausnahme. "The Wild Son", ein sehr an die großartigen "The Verve" erinnerendes Stück Larmoyanz, führt den Hörer passend ein in das Konzert der Seelenpein des Kerkermeisters Andrews. Die Musik, ein Füllhorn an allem, was zwischen Jeff Buckley, Starsailor, The Verve und dieser ganzen Musik von der britischen Insel so musikalisch zusammenkommt. Was man Herrn Andrews hoch anrechnen muss: Zwischen zweifellos schönen, melodischen und wunder verzweifelten Klageliedern wie "Lavinia" ist auch mit "More Heat Than Light" oder ähnlichen immer wieder ein Prise britischer Gitarrenrock dabei, der Bands wie "Oasis" sehr nahe kommt. Und das ist erfreulich.

Denn Finn Andrews verfügt in seinen besten Momenten über dieses gewisse Quäntchen Pop, das einfach sein muss. Sicher, er erinnert mit seinen Liedern doch sehr an bekanntes, und gar recht Aktuelles wie Starsailor. Aber wer allen Ernstes wunderschöne Perlen wie "The Leavers Dance" schreiben kann, ist jeder Eklektizismus verziehen. In solchen Lieder kratzen The Veils am Niveau, das unvergessene Bands, die auch gerne mal geklaut haben, wie The Verve oder Suede hinterlassen haben.

Andere Lieder wie "Guiding Light" oder "Vicious Traditions" müssen nicht unbedingt sein, sind zu beliebig und riechen zu sehr nach Altbekanntem. Hier fehlt einfach das gewisse Etwas, das andere Lieder der Veils auszeichnet. Ein zweischneidiges Schwert? Wahrscheinlich, dennoch muss "The Runaway Found" ein hohes Potenzial zuerkannt werden. Wer seit dem Band-Splits von The Verve und Suede mal wieder richtig heulen möchte, für den ist dieses Debüt in jedem Fall genau das Richtige. Wer es lieber etwas britisch-kerniger mag, dem sei das neue Werk der Electric Soft Parade, "American Adventure", ans Herz gelegt.

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