Mic - Stille Wasser - Cover
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Mic Stille Wasser


  • Label: Sony Music
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mic wird bereits als Nachfolger von Xavier Naidoo gefeiert. Dabei will der 23-Jährige das gar nicht. Mit seiner Art von Soul möchte er vor allem eines sein: individuell. Das gelingt ihm mit seinem Debüt „Stille Wasser“ schon recht gut. Deutsche können mit Soul-Musik aus der Heimat nicht besonders viel anfangen - vor allem dann nicht, wenn der Gesang auch noch in der Muttersprache vorgetragen wird. Nun aber kommt Mic mit seinem ersten Album und könnte dafür sorgen, dass zumindest ein paar Leute ihre Meinung ändern.

Da ist diese unglaubliche Stimme des jungen Münchners. Mal nutzt er sie kraftvoll, und dann gibt er sich wieder ganz sanft. Kein Wunder, dass Musikjournalisten ihn bereits mit Xavier Naidoo vergleichen. Doch Naidoo macht Pop – Mic singt Soul. Und das ist ein großer Unterschied. Viele Lieder auf „Stille Wasser“ wie beispielsweise „Dein Gesicht“ der „Tagträumer“ machen das deutlich. Sie finden den Weg in den Gehörgang erst nach mehrmaligen Anspielen - was nicht zwingend schlecht ist. Diese Musik ist anspruchsvoller - Soul eben und nicht Pop.

Aber bei Mic sollte man ohnehin genauer hinhören. Schließlich hat dieser Mann einiges zu sagen. In „Soul im Blut“ wettert er gegen den kollektiven Egoismus, „Individualist“ ist ein Plädoyer gegen aggressiven Hip Hop. Seine Texte sind poetisch und wie die Melodien nicht sofort greifbar. Kritikpunkt: Manchmal hat man das Gefühl, dieser Mann befindet sich noch in der Pubertät und dichtet gegen die ganze Welt, das System und überhaupt. Doch diese Passagen stellen - glücklicherweise - nur einen kleinen Teil der 15 Tracks dar.

Mic hat drei Jahre an seinem Debüt gearbeitet und wollte sich dabei von so wenig Leuten wie möglich reinreden lassen. Er weiß, dass er mit seiner Entwicklung noch lange nicht am Ende ist und noch Zeit braucht - genau so, wie er es in seinem Song „Vom Kind zum Mann“ deutlich macht. Wenn er sich die Zeit nimmt und die Hörer ihm die Zeit geben, dann könnte es irgendwann sogar so weit kommen, dass Deutsche gerne Soul hören.

Anspieltipps:

  • Vom Kind zum Mann
  • Der ich bin
  • Teil von Dir
  • Union
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