Hoobastank - The Reason - Cover
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Hoobastank The Reason


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwas ist faul im Staate Dänemark. Da veröffentlichen in den vergangenen drei vier Monaten zahlreiche international bekannte US-Bands ihre heißersehnten neuen Alben und in Europa nimmt keiner Notiz davon. Leider wird das wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben, sieht doch die Veröffentlichungspolitik der großen Plattenfirmen auch in naher Zukunft keine Termine für diese Künstler vor. Offenbar bleibt neben der Promotion unrelevanter Casting- und Ex-TV-Serien-Deppen keine Zeit für die dringend notwenige Basisarbeit – oder will hier jemand ernsthaft behaupten, die Förderung von Juliettes, Alexanders, Gracias, Daniels, Yvonnes und Jeanettes wäre als solche zu bezeichnen? Na also! Und aus diesem Grund werden auf CDstarts in der nächsten Zeit diverse Import-CDs besprochen, die hoffentlich irgendwann auch den Weg in deutsche Plattenläden finden.

Den Auftakt macht „The Reason“, das dritte Album der jungen Nu-Rock-Combo Hoobastank. Die aus Agoura Hills stammenden Kalifornier knüpfen mit ihrem neuen Werk, dem zweiten für den Branchenriesen Universal Music, direkt an den vor zwei Jahren erschienenen Überraschungshit „Hoobastank“ an und präsentieren eine knackige Nu-Rock Breitseite der flott-legeren Art. Zusammen mit Producer Howard Benson (Adema, Cold, Crazy Town, P.O.D.) haben Doug Robb (Vocals), Dan Estrin (Gitarre), Markku Lappalainen (Bass) und Chris Hesse (Drums) ein straightes Rockalbum eingespielt, das aufgrund seines unverkrampften Umgangs mit eigentlich ausgelutschten Riffs, laut/leise-Passagen und dem Wechsel aus akustischen und metallischen Versatzstücken die noch vorhandene Fangemeinde zufrieden stellen sollte. Das Quartett geht das Dutzend Songs auf „The Reason“ mit einer guten Portion Lockerheit an und versucht gar nicht erst, die schwülstige Dramatik der Kollegen von Staind oder Cold anzunehmen.

Obwohl schon auf dem Vorgänger keine „straight in the face“-Hits auszumachen waren und mit „Crawling in the dark“ und „Running away“ nur zwei leidlich erfolgreiche Singles ausgekoppelt wurden, überzeugte das Werk am Ende als geschlossene Einheit. Dies kann auch „The Reason“ für sich beanspruchen. Mit einer satten Mischung aus Heavy-Riffs, hervorragenden Vocals und poppigen Melodien, servieren die vier Twentysomethings ein grundsolides Album, das aber (Achtung, böse Behauptung!) außerhalb der relevanten Zielgruppe niemanden interessieren dürfte. Stücke, wie das furios abrockende Eröffnungsdreigestirn aus „Same direction“, „Out of control“ und „What happened to us?“ funktionieren zwar im Auto wie in der Alternative-Disco als unterm Kopfhörer, aber wohl kaum im Radio und nur mit sehr viel Glück im Musikfernsehen. Doch was soll’s? Der Fan weiß, was er an Hoobastank hat. Und wenn er am Ende die einzige Voraussetzung für einen uneingeschränkten Hörgenuss befolgt (laut hören!), wird er mit der druckvollen High-Tech-Produktion seine Freude haben.

Anspieltipps:

  • Just one
  • The reason
  • Let it out
  • Unaffected
  • What happened to us?
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