The Dining Rooms - Tre - Cover
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The Dining Rooms Tre


  • Label: Guidance/EFA
  • Laufzeit: 62 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Bar, nette Menschen mit Cocktails in den Händen, leise Unterhaltungen, flauschige Sofas, gedämpftes Licht – dies ist der ideale Nährboden für die sanft dahin fließenden Downbeat-Klänge des italienischen Produzenten-Duos Stefano Ghittoni und Cesare Malfatti aka The Dining Rooms. Schon mit ihren ersten Alben „Subterranean Modern“ (1999) und „Numero Deux“ (2001) schufen die beiden Mailänder milde Atmosphären, melancholische Traumklänge und unter die Haut gehende Easy-Listening-Rhythmen.

Dieselbe packende Mischung bieten die beiden mit ihrem dritten Album „Tre“, das dadurch mit mehr als der genreüblichen Hintergrundmusik aufwartet. Ghittoni und Malfatti erschaffen durch akustische und elektronische Instrumente eine Fusion aus Nu Jazz, TripHop und Downbeat, wobei sie damit noch nicht einmal zu den innovativsten Musikern zu zählen sind. Eine alte Geschichte sozusagen, dennoch sind sie in Sachen Eleganz, Lässigkeit und Stilbewusstsein unübertroffen und einmalig im italienischen Acid-Jazz-Bereich. Zur Verstärkung hat sich das Duos für sein drittes Werk die Unterstützung von Gastmusikern wie Sean Martins und Anna Clementi (Toska-Sängerin) gesichert, die dem Album einen bluesartigen Charakter verleihen. Schon der erste der zwölf Titel („Tunnel“) stellt den Hörer auf die zähflüssigen Sounds der nächsten 60 Minuten ein. Melancholisch und gemächlich gleiten die Klavierklänge gepaart mit wattepufferartigen Drums und dem beeindruckenden Organ von Sean Martins durch die Lautsprecher, sodass der geneigte Hörer bereits beim Opener in eine andere Welt zu versinken droht. Dub-Einflüsse und der enorme Reichtum an verschieden Stilen sorgen dabei für die musikalische Tiefe, die dieses Album auszeichnet.

Spritziger und mit etwas mehr Elan zeigen sich die darauf folgenden Tracks, die sehr breakbeatlastig gestaltet wurden. Dennoch finden immer wieder Tempovariationen statt, die schlicht ein Muss für The-Dining-Rooms-Produktionen sind. Soulige oder auch jazzig angehauchte Vocals sind ebenso wie orchestrale Streicherparts ein fester Bestandteil des Band-Sounds, der durch seine Eigenschaften einen unüberhörbaren Soundtrackcharakter aufweist. Der wohl gefühlvollste Titel des vorliegenden Albums ist „Fightin' 4 rebirth“, der wiederum auf beeindruckende Weise die Gänsehautstimme von Sean Martin präsentiert. Mit „Astro black“ wird langsam der Schluss eingeleitet. Das Stück besteht lediglich aus Sequenzerparts und zarten Percussions und wird von der wundervollen Stimme Anna Clementis veredelt.

Mit „Tre“ haben The Dining Rooms ein Album mit einem samtig weichen Klangkosmos geschaffen, der nur so vor Vielfalt und Artenreichtum strotzt. Die grazile Eleganz, mit der die italienischen Musiker Stimmen, Melodien und Klangimprovisationen harmonisch miteinander verbinden, macht sie so einzigartig. Wer also nach loungiger Downbeat-Musik sucht, die als Hintergrundmusik für Bars im Prinzip viel zu schade ist, kann sich das dritte Album von The Dining Rooms getrost auf seine nächste Einkaufsliste schreiben.

Anspieltipps:

  • You
  • Fluxus
  • African Loungesters
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