Kid Rock - Kid Rock - Cover
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Kid Rock Kid Rock


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 67 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kid Rock kann mit diesem Album nicht wirklich überzeugen.

Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Da startet einer gewisser Robert James Ritchie, alias Kid Rock, anfang der 90er Jahre eine erfolglose Karriere als schwachbrüstiger weißer Rapper (das Debütalbum „Grits Sandwiches For Breakfast” wurde 1990 veröffentlicht), mutiert nur wenige Jahre später zum Metal-Rap, als dieser gerade angesagt ist (Korn, Limp Bizkit und Rage Against The Machine sind die neuen Trendsetter), kassiert säckeweise Gold- und Platinauszeichnungen für seine Alben „Devil Without A Cause“ (1998) und „The History Of Rock“ (2000), ehe Kid Rock beschließt, sich der klassischen amerikanischen Rockmusik zu widmen. Auf dem 2001er-Werk „Cocky“ vermengt er seine Raps mit Southern-Rock, Blues, Country- und Western-Einflüssen. Doch das Album verkauft sich nur mäßig. Und wenn man als finale Maßnahme nicht „Picture“, ein Duett mit Sheryl Crow, als Single ausgekoppelt hätte, wäre „Cocky“ zu einem gigantischen Flop geworden. So wurde das Album vom Überraschungserfolg der Single wieder in die Charts gezogen und Kid Rock kommt mit einem blauen Auge davon.

Aber Robert James Ritchie ist von seiner Idee besessen und geht den auf „Cocky“ eingeschlagenen Weg auch auf seinem sechsten Album, das ganz selbstbewusst ohne Titel daherkommt, weiter. Ob dies unbedingt glaubwürdig ist oder Kid Rock seine tatsächliche Berufung gefunden hat, ist schwer zu sagen. Die Fans von „American bad ass“ werden sich mit dem vorliegenden Album auf jeden Fall nicht leicht tun. The early mornin’ stoned Pimp hat die alten HipHop- („Intro”, „Black Bob“) und Metal-Elemente („Jackson, Mississippi”) fast vollständig aus seiner Musik gestrichen und fährt heuer eine übermäßig große Ladung sentimentaler Akustikballaden auf („Hard night for Sarah“, „Run off to LA“, „Single father“), die vom Leben auf Tour, seinem Rock & Roll Lifestyle, der Beziehung zu seinem Sohn und dem Sex mit Ex-Baywatch Nixe Pamela Anderson handeln. Dazu gibt es eine überraschend coole Coverversion von Bad Company’s „Feel like makin' love” und Duette mit Hank Williams Jr. („Cadillac pussy“) und Sheryl Crow („Run off to LA”).

Ansonsten kann Kid Rock mit diesem Album nicht wirklich überzeugen. Hier ein bisschen Boogie-Rock („Rock ’n roll pain train“), dort etwas Heavy Metal („Jackson, Mississippi“), eine Priese Party-Rock („Rock ’n roll“) und stapelweise Balladen. Mit dieser kruden Mischung versucht Detroits berühmtester Sohn seinen AOR-Vorbildern nachzueifern, ohne auch nur ein Klischee auszulassen. Man kann gespannt sein, wie lange das noch gut geht. Denn in wirtschaftlich schwachen Zeiten drehen die Plattenfirmen auch ehemaligen Top-Sellern den Geldhahn schneller zu, als man denkt. Zwar tummelt sich „Kid Rock“ jetzt seit 15 Wochen in den US Billboard Charts, konnte aber als höchste Position nur einen enttäuschenden achten Platz einfahren und wird schon bald aus den Top 100 verschwunden sein. Da stellt sich mit Recht die Frage, ob eine offizielle Deutschland-Veröffentlichung des im November 2003 in den USA erschienenen Albums überhaupt Sinn macht. Kid, so geht’s nicht weiter!

Anspieltipps:

  • Feel like makin' love
  • Jackson, Mississippi
  • Cold and empty
  • Run off to LA
  • Rock ’n roll
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