Rosenstolz - Herz - Cover
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Rosenstolz Herz


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die 12 Songs auf „Herz“ sind absolut überdurchschnittliche Pop-Ware, die sich meistens mit den Themen Herz, Schmerz und Liebe beschäftigt.

Spätestens seit ihrer Teilnahme am Vorentscheid zum Grand Prix im Jahr 1998, als sie den zweiten Platz hinter Guildo „Nussecke“ Horn machten, sind Anna Rosenbaum und Peter Plate, besser bekannt als Rosenstolz, eine feste Hausnummer in der deutschsprachigen Popwelt. Die beiden trafen im Dezember 1991 in Berlin aufeinander und fanden sofort einen persönlichen wie künstlerischen Draht zueinander. Genau ein Jahr später ist das Debütalbum „Soubrette wird’ ich nie“ auf dem Markt und floppt gnadenlos. Doch Rosenstolz lassen sich nicht entmutigen und werkeln fleißig weiter an ihrer Karriere. Im Jahresrhythmus folgt ein Album auf das nächste. Die Tourneen werden länger, der Name immer bekannter. Jetzt werden auch die Major-Labels auf die Band aufmerksam. Bei Polydor/Universal erscheint „Objekt der Begierde“ (1996), verpasst aber knapp die Charts. Das wird im Folgejahr mit „Die Schlampen sind müde“ geschafft. Die Platte geht bis auf Platz 33 und hält sich einige Wochen in der Bestenliste. Der Rest ist bekannt. Inzwischen zählen Top 5 Platzierungen und ausverkaufte Tourneen zum Alltag. Die Band ist endgültig etabliert.

Nach einem ganzen Jahr harter Studioarbeit wird nun das elfte Album der Berliner veröffentlicht. „Herz“ wurde von Peter Plate und Ulf Leo Sommer komponiert und produziert. Insgesamt 12 Songs befinden sich auf dem Album, wovon „Liebe ist alles“ als Single-Vorbote bereits für Furore in den Charts und auf MTVIVA gesorgt hat. Der Song ist eine eingängige, minimalistische Akustik-Ballade, die man so schnell nicht aus dem Kopf bekommt. „Willkommen“ ist nicht nur ein unverschämt catchy Rocksong im (wie man ja seit neuestem sagen kann) „Wir Sind Helden“-Stil, sondern auch neben „Das gelbe Monster“ der einzige „härtere“ Track auf „Herz“. Es gibt zwar noch ein paar temporeichere Stücke wie „Eine Frage des Lichts“ oder das herausragende „Ausgesperrt“, doch die Regentschaft der Platte liegt eindeutig in der Hand der Balladen, die spätestens nach der Hälfte zu dominant wird. So ist „Ich komm an dir nicht weiter“ eine Halbballade mit dramatischen Pianoakkorden und „Das Beste im Leben“ und „Gib mir ehr Himmel“ zwei wunderschöne Lieder zum Träumen mit akustischen Gitarren, Streichern und federleichten Pianoläufen.

Zugegeben, die 12 Songs auf „Herz“ sind absolut überdurchschnittliche Pop-Ware und natürlich beschäftigen sich die meisten Stücke mit den Themen Herz, Schmerz und Liebe. Das ist aber kein Grund dafür, dass der Anteil langsamer Stücke am Gesamtwerk zu hoch ausgefallen ist, bzw. die Verteilung etwas unglücklich erscheint. Denn wenn man gleich zu Anfang alle schnellen Songs verbrät, verfallen die langsamen Tracks, trotz einer durchweg starken Instrumentierung, nach einiger Zeit in eine Art Gleichfluss, um nicht zu sagen in gepflegte Langeweile. Somit ist „Herz“ leider zu einer etwas zwiespältigen Angelegenheit geworden, die den Fans trotzdem gefallen wird. Aber ein bisschen Kritik kann ja nicht schaden.

Anspieltipps:

  • Ausgesperrt
  • Willkommen
  • Die Liebe ist tot
  • Das Beste im Leben
  • Ich komm an dir nicht weiter
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