Mo Casal - Happy End - Cover
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Mo Casal Happy End


  • Label: Cruiser Records/SPV
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zugegeben, die Idee ist nicht schlecht. International erfolgreiche Filmballaden werden mit deutschen Texten versehen und neu eingespielt. Das könnte funktionieren, denn die Melodien kennt jeder und mit Texten aus der Feder von Ulla Meinecke, Michy Reincke und Frank Ramond konnten schon in der Vergangenheit eine ganze Menge Menschen etwas anfangen. Die Frage ist nur: Wer bitteschön ist Mo Casal, die Interpretin dieses Projekts? Um es gleich vorweg zu sagen, wirklich kennen muss man die 1972 in Guatemala geborene Künstlerin bis dato nicht...

Mo Casal lebt seit 1978 in Deutschland und begann bereits als Kind Ihre Stimme zu trainieren, indem sie klassischen Gesangs- und Gitarrenunterricht nahm. Mit 18 Jahren absolviert sie erste Club-Auftritt mit verschiedenen Begleitern an Klavier und/oder Gitarre im norddeutschen Raum. 1994 steigt sie als Leadsängerin bei der Soul-Funk-Formation „Dry & Easy“ ein und übernimmt ein Jahr später die Hauptrolle in dem Musical „Brandsalz“. Inzwischen hat Mo Casal an sechs CD-Veröffentlichungen mitgewirkt und unterrichtet seit 1997 als Dozentin für Gesang an der Rock & Popschule in Kiel. Ihr langer Wunsch, englischsprachige Filmballaden auf deutsch zu singen, konnte erst dann Wirklichkeit werden, als Ulla Meinecke, Michy Reincke und Frank Ramond sich ebenfalls für die Idee begeisterten und deutsche Texte schrieben, die dem hohen Standard der zum Teil extrem erfolgreichen Songs aus Filmen wie „Armageddon“, „Moulin Rouge“, Getaway“, „Pearl Harbour“ und „James Bond“ gerecht wurden. Bülent Aris (Booya Records) produzierte mit „Happy End“ ein Album, das Harmonie und Schönheit ausstrahlt. Doch letztendlich ist es die Stimme von Mo Casal, die es möglich macht, eine CD zu veröffentlichen, die Welthits aus der Filmgeschichte vereint und diesen ihren einen eigenen, bezaubernden Charakter verleiht.

Das dargebotene Repertoire reicht über mehrere Dekaden und deckt leicht und locker die Geschmäcker eines jeden Filmballadenanhängers ab. Angefangen mit dem 80er-Jahre Klassiker „Room with a view“ von Tony Carey (aus der TV-Mini-Serie „Wilder Westen Inklusive”), der in der neuen Version „Überall du“ heißt, über relativ aktuelle Titel wie „Durch deine Liebe“ (Celine Dion: „Because you loved me“) und All-Time-Favorites vom Schlage „In Deinen Augen” (Sheena Easton: „For your eyes only“), „Du bist der Wind“ (Bette Midler: „Wind beneath my wings“), „Augenstern“ (Art Garfunkel: „Bright eyes“) und „Warum komm ich nur so selten dazu” (Van Morrison: „Have I told you lately that I love you“) beweist Mo Casal ihre große Vielseitigkeit und das Gespür für den einzelnen Song. Das Wiederhören mit insgesamt 13 Klassikern macht durchgehend Spaß und stellt eine absolute Vollbedienung für die angesprochene Zielgruppe dar.

Fazit: Die Balladen haben durch die Neueinspielung mit deutschen Texten nichts von ihrer Schönheit eingebüßt, was aufgrund diverser katastrophaler Coverversionen deutscher Künstler besonders herausgestellt werden muss. Auch wenn die Songs durch die neuen Texte einen leichten Touch von Schlagermusik bekommen, bleiben sie doch, ähem, „Melodien für Millionen“, denn ein guter Song ist eben „unkaputtbar“.

Anspieltipps:

  • Überall Du
  • Augenstern
  • In Deinen Augen
  • Du bist der Wind
  • Jetzt und für immer
  • Warum komm ich nur so selten dazu
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