PJ Harvey - Uh Huh Her - Cover
Große Ansicht

PJ Harvey Uh Huh Her


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album „Uh Huh Her“ ist das siebte der Ausnahme-Künstlerin PJ Harvey und das Follow-up des unglaublich erfolgreichen Albums „Stories From The City, Stories From The Sea“, welches im Jahr 2001 mit dem „Mercury Music Prize“ ausgezeichnet wurde. Die am 09. Oktober 1969 in Yeovil in der englischen Grafschaft Dorset geborene und bei Hippie-Eltern aufgewachsene Polly Jean gründete 1991 ihr Bass/Drums/Gitarre-Trio, welches ein Jahr später ihr Debütalbum „Dry“ veröffentlichte. Nicht nur im UK, sondern weltweit fand das Album Anklang. In den Vereinigten Staaten wurde PJ Harvey vom „Rolling Stone Magazin“ sogar zum „Best Songwriter“ und „Best New Female Singer“ ausgezeichnet.

Der Zweitling „Rid Of Me“ fällt gegenüber dem Debüt nicht ab und verhilft PJ Harvey endgültig zu weltweitem Ruhm, Musikpreisen und Nominierungen. Auch das dritte Album „To Bring You My Love“, ein sehr vielseitiges und eigenwilliges Werk, welches von einer Vielzahl unterschiedlicher Musiker eingespielt wurde, brachte erneut eine Nominierung für den „Mercury Music Prize“ sowie zwei für den „Grammy“. Darüber hinaus erhielt PJ Harvey den „1995 Artist Of The Year“-Award vom „Rolling Stone Magazin“ als auch vom „Spin Magazin“, und ganz allgemein wurde das Album als „Album Of The Year“ bezeichnet. Die folgenden Alben standen in Sachen Erfolg und Anklang den vorherigen in nichts nach.

Doch PJ Harvey war auch in anderen Betätigungsfeldern fleißig – wie beispielsweise den Arbeiten an den Soundtracks zu „Basquait“, „Stella Does Tricks“, „The Cradle Will Rock“ und „Six Feet Under“, oder dem Ausflug in die Schauspielerei als „Mary Magdalene“ in Hal Hartleys Film „The Book Of Life“. Weiterhin hat PJ Harvey mit einer Vielzahl von namenhaften Künstlern zusammen gearbeitet, darunter waren Duette und Arbeiten mit John Parish, Nick Cave, Tricky, How Geb von Giant Sand, Pascal Comelade, Gordon Gano von den Violent Femmes sowie ein Gastauftritt auf dem Sparklehorse-Album „It’s A Wonderfull Life“.

Gerade kürzlich hat sie zusammen mit Josh Homme von Queens Of The Stoneage an dessen „Desert Sessions“-Projekt gearbeitet sowie mit Mark Lanegan (ebenfalls von den QOTSA) an seinem kommenden Soloalbum. Harvey produzierte das Debütalbum der amerikanischen Künstlerin Tiffany Anders und hat ganz aktuell für Marianne Faithfulls kommendes Werk geschrieben, eingespielt und produziert. Zusätzlich zu ihren musikalischen Arbeiten widmet sich PJ Harvey auch ihren Skulpturen, welche sie in verschiedenen Galerien ausstellt, sowie ihrer geschriebenen und veröffentlichten Poesie.

Ihr aktuelles Album „Uh Huh Her“ widmet sich aber wieder ganz der Musik, die man von PJ Harvey kennt. Alle Instrumente bis auf die Drums und Percussions wurden von ihr selbst eingespielt. Bei dem Mix und weiteren Aufnahmearbeiten ließ sie sich von Head unter die Arme greifen. Alles in allem wirkt das Album vom musikalischen her sehr roh und tendiert in die Richtung ihres zweiten Albums „Rid Of Me“. Startet das Album mit „The Life And Death Of Mr. Badmouth“ eher ruppig düster und lässt dabei ein wenig an The Kills erinnern, schaffen die sanfteren Klänge des Songs „Shame“ für den passenden Ausgleich und rufen niemand geringeren als Björk in Erinnerung. In diesem Muster präsentiert sich dann das komplette Album: Gitarren-krachige Rocker wie „Who The Fuck“, „The Letter“ oder „Cat On The Wall“ wechseln sich mit sanften, friedlichen und gemütvollen Songs wie „The End“ oder „No Child Of Mine“ ab.

PJ Harvey hat mit ihrem siebten Album „Uh Huh Her“ ein sowohl rohes und rockiges, als auch ein sanftes und emotionsvolles Album abgeliefert. Einzig die Unbeschwingtheit vom Vorgänger-Album sucht man vergebens. Dennoch dürfte sich das vierjährige Warten gelohnt haben, denn von der musikalischen Vielfalt her gesehen ist es allemal sehr hörenswert.

Anspieltipps:

  • Shame
  • The Letter
  • The Slow Drug
  • No Child Of Mine
Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Niente
  • 2017    
Diskutiere über „PJ Harvey“
comments powered by Disqus