Aerosmith - Honkin´ On Bobo - Cover
Große Ansicht

Aerosmith Honkin´ On Bobo


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Honkin’ On Bobo“ paaren sich die gewohnt harten Aerosmith-Klänge mit reinrassigen Bluestracks.

Sie machen auf jugendlich, und doch sehen die fünf Herren von Aerosmith in den grell-bunten Anzügen, in denen sie im Booklet ihres neuen Albums „Honkin’ On Bobo“ posieren, ziemlich alt aus. Weit über 30 Jahre Rock ’N Roll gehen halt an keinem spurlos vorüber (Lemmy Kilmister mal ausgenommen). Auch nicht an den „Toxic Twins“ Steven Tyler (Vocals) und Joe Perry (Gitarre), die zusammen mit ihren Weggefährten Brad Whitford (Gitarre), Tom Hamilton (Bass) und Joey Kramer (Drums) nach drei Jahren Plattenpause am 29. März ihr neuestes Studiowerk in die Läden gestellt haben.

Nach den eher verhaltenen Verkaufszahlen der letzten Aerosmith-Werke, geht es auf „Honkin’ On Bobo“ zurück zu den Wurzeln. Unter der Anleitung von Jack Douglas, mit dem Aerosmith das letzte mal für das Album „Toys In The Attic“ (1975) zusammengearbeitet haben, spielte die Band elf klassische Blues-Songs wie „Road runner“ (Ellas McDaniel), „I’m ready“ (Willie Dixon) und „Baby, please don’t go“ (Joseph Lee Williams), sowie mit „The grind“ einen neuen Song ein. Zugegeben, die Rahmenbedingungen für das neue Werk der Luftschmiede lesen sich nicht wirklich berauschend (Altherren-Blues und komische Anzüge). Doch schon der Opener „Road runner“ widerlegt die Vorurteile, indem das Quartett aus Sunapee wie die Feuerwehr loslegt und dem Hörer einen rockigen Blues vor die Füße knallt, der mehr Spielfreude, als das gesamte „Just Push Play“-Album (2001) aufbietet.

Nach diesem furiosen Auftakt schalten die Herren keinesfalls einen Gang runter, sondern schaufeln mit „Shame, shame, shame“ noch ein paar Kohlen mehr in den „Blues ’N Roll“-Kessel, ehe mit dem ultra-lässigen „Eyesight to the blind“ etwas Fahrt aus der schnaufenden Dampflok genommen wird. Doch schon „Baby, please don’t go“ drückt wieder auf die Tube und brettert als kongenialer Rocker aus den Boxen, als hätten Aerosmith in den vergangenen 30 Jahren nichts anderes gespielt. Da gibt es noch richtig abgedrehte Gitarrensoli im Wettstreit mit Tylers Mundharmonika zu bestaunen, bei dem kein Körperteil ruhig bleiben kann.

Die Luftschmiede haben eine ideale Mischung aus langsamen, eher klassischen Blues-Tracks (z.B. „Back back train“) und knallhart aus der Hüfte geschossenen Blues-Rockern („You gotta move“) gefunden, bei denen man von der ersten Minute an spürt, dass sie mit diesem Album die Freude an der Musik wieder gefunden und sich von dem Druck befreit haben, ein herausragendes Hardrock-Album nach dem anderen herauszubringen. „Permanent Vacation“ (1987), „Pump“ (1989) und „Get A Grip“ (1993) bleiben auf diesem Sektor sowieso für alle Zeit unerreicht, sodass die Veteranen des Heavy Rock genau das richtige getan und mit der Rückkehr zu ihren Wurzeln ein neues Kapitel in der Band-History eingeläutet haben. So paaren sich auf „Honkin’ On Bobo“ die gewohnt harten Aerosmith-Klänge mit reinrassigen Bluestracks, was zu einem einzigartigen Blues-Rock-Erlebnis führt.

Anspieltipps:

  • Road runner
  • You gotta move
  • Stop messin' around
  • Eyesight to the blind
  • Baby, please don’t go
Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Aerosmith“
comments powered by Disqus