Edguy - Hellfire Club - Cover
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Edguy Hellfire Club


  • Label: Nuclear Blast/EastWest
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Jungs aus dem beschaulichen Fulda machen den hymnischen Metal made in Germany nicht nur hoffähig, sondern auch wieder charttauglich.

Mit dem Wechsel der Plattenfirma, weg vom kleinen AFM Label, hin zum großen Bruder Nuclear Blast im schwäbischen Donzdorf, erklimmen die teutonischen Symphonic-Metaller von Edguy die nächste Stufe der Karriereleiter. Ausgestattet mit dem vierfachen Budget als noch beim Vorgänger „Mandrake“ (2001), schicken sich die Herren Tobias Sammet (Musik, Texte, Vocals), Jens Ludwig (Gitarre), Dirk Sauer (Gitarre), Tobias Exxel (Bass) und Felix Bohnke (Drums) an, vom langjährigen UEFA-Cup-Teilnehmer zum Champions-League-Aspiranten aufzusteigen.

Die Geschichte von Edguy beginnt Mitte der 90er-Jahre im hessischen Fulda, als die Band in Eigenregie das Debütalbum „Savage Poetry“ (1995) aufnimmt. Es folgen weitere vier Alben, die mit der Doppel-Live-CD „Burning Down The Opera“ (2003) ihre Krönung erhalten. Mit diesem Werk erfüllen Edguy auch ihren Vertrag mit AFM Records, dass die Band vor fast zehn Jahren unter Vertrag nahm und kontinuierlich aufbaute. Doch irgendwann stößt ein kleines Label an seine Grenzen, wenn ihre Acts höher hinauswollen. Und so ließ man die Ziehsöhne schließlich zum Konkurrenten Nuclear Blast gehen, die gleich dafür sorgten, dass das neue Studioalbum „Hellfire Club“ mit einer Vorab-EP („Kings Of Fools“) in den Fokus der Metal Fangemeinde rückte. Seit Mitte März ist nun auch das Album auf dem Markt und konnte sich sogleich auf Platz 26 der Media Control Charts platzieren. Ob es gar zu höheren Weihen reicht, muss die Qualität des Songmaterials aber noch unter Beweis stellen.

Da man Edguy nicht mehr erklären muss, wie man amtlich abrockt, fegen die Fuldaer sofort mit einer mega-fetten Metal-Hymne los („Mysteria“), die wahrhaftig an die Metal-Kings von Judas Priest erinnert, als ein gewisser Rob Halford noch für die Vocals zuständig war. Wenn Judas Priest nach der Halford-Rückkehr genauso klingen, dann steht uns Großes bevor. Doch hier geht es um Edguy – und die legen mit der 10-minütigen Rock-Oper „The piper never dies“ gleich noch einen drauf und zaubern ein episch angelegtes Meisterwerk aus dem Hut, das zahlreiche Referenzen des glorreichen Heavy Metal der 80er-Jahre (Iron Maiden!) verarbeitet. Überhaupt ist es erstaunlich wie wandlungsfähig Tobias Sammets Stimme ist und wie spielerisch leicht er zwischen Bruce Dickinson und Rob Halford pendelt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ein echtes Multitalent, das auch fast im Alleingang für die Musik und die Texte zuständig ist.

Auch wenn Edguy schon in der Vergangenheit für opernhaften Bombast-Metal bekannt waren, gewinnen die neuen Songs durch die sicher nicht billige Produktion der Marke „mega fett“ nochmals dazu. Unheimlich dicht und mit viel Druck knallen die 12 Songs (plus zwei Bonus-Tracks) von „Hellfire Club“ aus den Boxen und sorgen für eine neue Föhnfrisur des Hörers, sollte dieser zu dicht an die Lautsprecher heranrücken. Edguy bieten Metal in Reinkultur, der zum gepflegten Luft-Gitarre- und Schlagzeugspielen („We don’t need a hero“, „King of fools“) einlädt und auch durch die obligatorischen Balladen („Forever“) nichts von seiner Durchschlagskraft einbüßt.

Die fünf Jungs aus dem beschaulichen Fulda machen den hymnischen Metal made in Germany nicht nur hoffähig, sondern auch wieder charttauglich, denn obwohl das Genre seit einiger Zeit eine Renaissance erfährt, tummeln sich die deutschen Metal-Acts eher in anderen Gefilden der harten Zunft. Doch wer auf Melodien und harte Gitarren steht, sollte „Hellfire Club“ unbedingt antesten. Dieses Album rockt!

Anspieltipps:

  • Forever
  • Mysteria
  • King of fools
  • Down to the devil
  • The piper never dies
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