Superpitcher - Here Comes Love - Cover
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Superpitcher Here Comes Love


  • Label: Kompakt/ZOMBA
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Legendär und trotzdem ziemlich unbekannt? Geht das? Ja, wenn man Aksel Schaufler heißt schon. Denn der in Ulm geborene DJ und Produzent ist in Kreisen der Fangemeinde des Minimalelektro schon seit Jahren ein absolutes Muss. Für den „Normalverbraucher“ in Sachen Musik ist er dagegen noch ein recht unbeschriebenes Blatt. Das soll sich aber nun ändern, und mit dem am 29. März erschienenen Debütalbum soll der erste Schritt in diese Richtung getan werden. Seit 1994 widmet sich Aksel dem DJ- und Produzenten-Dasein, zunächst beim ortsansässigen Label Kinderzimmerproductions. Das Arbeiten nebenher beim Radiosender Radio Free FM in Ulm zahlte sich für ihn in dem Sinne aus, dass er dort Skiz Fernando Jr., seines Zeichens Inhaber des New Yorker Hip Hop-Labels Wordsound, kennen lernte. Dieser wiederum ermöglichte ihm, eine EP unter dem Namen Sir Positive auf dem Wordsound-Sublabel Black Hoodz herauszubringen.

Nach dem Umzug von Ulm nach Köln konnte er sich dann endlich vollends der elektronischen Musik widmen. In Köln lernte er auch Michael Mayer und Tobias Thomas vom Kompakt-Label kennen, dessen er sich anschloss und unter anderem seit 1998 die mittlerweile legendäre „Total Confusion“-Partyreihe im Kellerclub Studio 672 veranstaltet. 2000 legte sich Aksel dann den Namen Superpitcher zu und startete voll durch. Er produzierte seine erste 12“-Scheibe für Kompakt mit dem augenfälligen Titel „Heroin“, die sich bald als Clubhit rund um den Globus verbreitete, remixte Songs wie „Nothing Is Written“ von Phantom/Ghost, „Hi Freaks“ von Tocotronic und „Krokus“ von Carsten Jost, produzierte noch einige Tracks für die bekannten Kompakt-Compilations „Total“ und „Speicher“, darunter das Brian-Eno-Cover „Baby's On Fire“ und flog kreuz und quer über den Erdball, um unter anderen seine Fans in den USA und Japan zu Jubelstürmen hinzureißen.

Anfang 2003 zog sich Aksel komplett aus dem Vertriebsgeschäft im Kompakt zurück und begann die Arbeit an seinem erwähnten Debütalbum „Here Comes Love“. Er singt auf diesem alle Songs selbst, bis auf einen: Träume. Der chansonhafte Song „Träume“ wird von niemand geringerem gesungen als von der Viva-VJ-Legende und Grimme-Preisträgerin Charlotte Roche. „Die kann singen?“ werden sich da jetzt viele Fragen. Joah, es geht so. „Träume“ ist aber auch bei weitem nicht der beste Song auf dem Album. Viel besser gelungen sind die zahlreich vertretenen Electro-Pop-Songs, welche Superpitcher schon in der Vergangenheit zu dem verholfen haben, für das ihn seine Fans heute lieben.

Aksel Schaufler bzw. Superpitcher legt ein insgesamt recht gelungenes Debütalbum vor, welches für Fans ein Pflichtkauf ist, und stets interessierte Musikliebhaber allemal zum Reinhören animieren dürfte.

Anspieltipps:

  • People
  • The Long Way
  • Happiness
  • Even Angels
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