Jerry Gaskill - Come Somewhere - Cover
Große Ansicht

Jerry Gaskill Come Somewhere


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Was die können, kann ich schon lange! Ich habe es nur nie gedurft“. So ähnlich hört es sich immer an, wenn Mitglieder erfolgreicher Rockbands aus dem vermeintlichen Schatten ihrer Kollegen treten, um ein Soloalbum zu begründen. Aktuellstes Beispiel: Jerry Gaskill, seines Zeichens Schlagzeuger der Rock-Institution King’s X. Bei den Texanern ziehen Sänger und Bassist Doug Pinnick und Gitarrist Ty Tabor eindeutig die Fäden und verdingten sich bereits in mehreren Projekten abseits von King’s X. Da war es einfach an der Zeit, dass nun auch der Drummer des seit 16 Jahren etablierten Powertrios seine eigenen Wege geht. Aber nicht ohne zu betonen, dass es sich damit nicht um den lange vermuteten Split der Band handeln würde. Warum auch? Nach zehn Alben stehen King’s X noch voll im Saft. Da kann ein bisschen Abwechslung sicher nicht schaden.

Der 46-Jährige Schlagzeuger aus Bridgeton, New Jersey konnte sich bei den Aufnahmen zu seinem Solowerk so richtig austoben. Er schrieb die Songs im Alleingang, spielte Gitarre und Klavier und gab sein Debüt als Sänger. Dazu stellte King’s X Kollege Ty Tabor sein Aufnahmestudio zur Verfügung und half ein wenig als Bassist und Produzent aus. Das angepeilte Resultat sollte radikal anders klingen als alles was es bisher von King’s X zu hören gab. Doch dieses Ziel hat der gute Jerry nicht ganz ereicht. Aber das ist auch nicht schlimm. Es geht schließlich nichts über einen gewissen Wiedererkennungswert. So klingt das Grundgerüst der 15 Songs von „Come Somewhere“ zwar relativ poppig, mit akustischen Instrumenten, Beatles-typischen Gesangsharmonien, etwas Psychedelic und traditionellen Rock-Einflüssen, doch seine Ursprünge kann „Come Somewhere“ nicht verleugnen.

Jerry Gaskill präsentiert ein absolut gelungenes Album wie aus einem Guss, das es in punkto Vielseitigkeit mit jeder Konkurrenz aufnehmen kann. Ob klassischer Hardrock („Gallop“, „Face the day“), progressives Rock-Gefrickel („Garden stroll“), etwas kitschig anmutende Balladen („Walk alone“, „Every day“), die trotzdem mit wunderschönen Harmonien aufwarten können, oder halb-akustische Songs mit geschmackvollen Harmoniegesängen und düster grollenden Gitarreneinlagen aus der Sparte Alternative-Rock („The kids”, „No love“) – Jerry Gaskill macht als Songwriter und Musiker in jeder Situation eine gute Figur.

Mit „Come Somewhere“ ist dem hauptberuflichen Schlagzeuger ein starkes Solowerk geglückt, das für King’s X Fans ein absoluter Pflichtkauf ist, bei dem aber auch jeder andere Liebhaber anspruchsvoller Rockmusik ein Ohr riskieren sollte.

Anspieltipps:

  • Crazy
  • No love
  • The kids
  • L.A. Flight
  • All the way home
Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Jerry Gaskill“
comments powered by Disqus