Nirvana - From The Muddy Banks Of The Wishkah - Cover
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Nirvana From The Muddy Banks Of The Wishkah


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Live-Dokument ist zu wichtig, als dass man es einfach unter den Tisch fallen lassen könnte.

„Ich glaube, mit dieser Platte werden wir einen großen Teil unseres Publikums verlieren”, sprach Kurt Cobain im Sommer 1994 in die Fernsehkamera eines MTV-Teams und grinste diabolisch. Mit dem dritten Studioalbum „In Utero“ (1994) hatte er seine Band zu den Ursprüngen zurückgesteuert, die nicht mehr viel mit dem cheesy Pop-Appeal von „Nevermind“ (1991) gemein hatten. Ein Befreiungsschlag, den er sichtlich genoss und der sich bewahrheiten sollte. „In Utero“ war wesentlich härter als sein Vorgänger, sodass viele Pseudo-Anhänger sprichwörtlich die Flucht ergriffen.

Das posthum veröffentlichte Live-Album „From The Muddy Banks Of The Wishkah“ (1996) stellt diese Ursprünge im Nirvana-Sound eindrucksvoll unter Beweis, indem es eine Band präsentiert, die von sämtlichem Ballast befreit abrockt und damit ihre wahre, raue Seite zeigt. Und obwohl es sich bei dem Werk um kein „echtes“ Live-Album im Sinne eines Konzertmitschnitts handelt, zählt es zu der eher überschaubaren Riege an mitreißenden Live-Mitschnitten in der Geschichte der Rockmusik. Eingeleitet durch wüstes, undefinierbares Geschrei, ist „From The Muddy Banks Of The Wishkah“ der kompromisslose Beweis für Nirvanas unbeschreibliche Live-Power als lärmende Punk-Rock-Band und das Quasi-Dokument des Wahnsinns, den diese Band auf der Bühne ablieferte.

„School“ (Live in Holland, 25. November 1991) knüppelt wie ein wilder Herbststurm los, der auch mit den folgenden Songs nichts von seiner Urgewalt einbüßt. Bekannte Stücke wie „Lithium“ oder „Smells like teen spirit“, aber auch herausragende „Nicht-Singles“ wie „Sliver“, „Spank thru“ und „Negative creep“ werden mit maximaler Lautstärke und radikaler Kraft ins Publikums geschleudert, dass einem noch heute schmerzlich bewusst wird, was die Rockwelt an dieser Band hatte. Die 16 von Dave Grohl und Krist Novoselic auf „From The Muddy Banks Of The Wishkah“ zusammengestellten Songs mögen vielleicht nicht die Wichtigkeit der drei Studioalben und auch nicht des bedeutend ruhigeren „MTV Unplugged In New York“-Albums haben, das zeigte, wohin die Reise des Kurt Cobains als Songwriter hätte hingehen können, doch dieses Live-Dokument ist trotzdem zu wichtig, als dass man es einfach unter den Tisch fallen lassen könnte.

Anspieltipps:

  • Sliver
  • Lithium
  • Drain you
  • Negative creep
  • Heart-shaped box
  • Smells like teen spirit
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