DJ Hell - N.Y. Muscle - Cover
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DJ Hell N.Y. Muscle


  • Label: Gigolo/EFA
  • Laufzeit: 63 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschland zeig´ her deine DJ-Pioniere. Da hätten wir unter anderem Sven Väth, Paul van Dyk, WestBam oder Hell. Letzterer ist schon seit Mitte der 80er Jahre fleißig dabei, die Platten weltweit rotieren zu lassen und das Party-Folk damit regelmäßig in Extase zu versetzten. Helmut Josef Geier, so Hells bürgerlicher Name, widmete sich erst den wavigen Klängen, ehe er über den minimalistischen Detroit-Techno zum heutigen Mix aus Techno und Industrial kam.

1962 in Altenmark/Chiemsee geboren, verschlug es Hell schnell nach München. Dort wurde es ihm aber kurzweilig zu eng und so begann er seinen Kreuzzug durch die Metropolen dieser Welt. 1993 und `94 arbeitete er für Hardwax in Berlin, später dann kurze Zeit in New York, um schließlich wieder ins blau-weiße Land zurück zu kehren. Abwechslung war von jeher sein Anspruch. Wo sonst nur strenge Four-To-The-Floor-Beats ihren Weg in das DJ-Set finden, herrscht bei Hell vorurteilsfreier Eklektizismus: Italo-Disco, Wave, Hip Hop, Industrial, Acid-House oder Techno; es gibt nichts was Hell in seiner Höllenküche nicht kunstvoll zusammenbringen könnte.

Aber nicht nur als DJ macht Hell von sich Reden, sondern auch als Labelinhaber. Auf dem Label Disco B erschienen nicht nur seine beiden Alben „Geteert und Gefedert“ sowie „Munich Machine“ sondern auch musikalische Leckerbissen von DJ-Legenden wie Jeff Mills oder Dave Clarke. 1999 schaffte es die Single „Kernkraft 4000“ von Zombie Nation sogar in die Verkaufscharts, erschienen natürlich auf Hells Label International Deejay Gigolos.

Im Januar dieses Jahres erschien dann endlich sein mittlerweile drittes Album mit dem Namen „N.Y. Muscle“. Aufgenommen in einem Studio in New York macht es seinem Namen alle Ehre und zeigt mal wieder Hells kreative Bandbreite auf. In Zusammenarbeit mit Abe Duque präsentiert er auf „N.Y. Muscle“ ein Bild verschiedener Stilrichtungen. Stumpfe Technohousebeats, monotone Musik mit distanziertem Gesang, treibender Punksound mit Garagenflair oder dunkler, aggressiver Industrial – um nur einige Fassetten des Albums zu nennen. Die Vocals wurden von niemand geringerem als Erlend Oye (Sänger der Band Kings of Convenience), Alan Vega (Sänger der Band Suicide) oder Billie Ray Martin beigesteuert.

Man kann also sagen, Hell bleibt seinem Stil treu, setzt neue Maßstäbe in Sachen elektronischer Musik und kehrt dem mittlerweile durchgekautem E-Clash den Rücken. „N.Y. Muscle“ ist ein interessantes Album, da es Abwechslung und zum Teil neue Sounds bietet und mal wieder seiner Zeit etwas voraus zu sein scheint.

Anspieltipps:

  • Keep On Waiting
  • Follow You
  • Meet The Heat
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