Black Rust - So Much Weakness And I Lost My Sense - Cover
Große Ansicht

Black Rust So Much Weakness And I Lost My Sense


  • Label: Huge Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn im Musikbusiness mal wieder Flaute herrscht, weil die Plattenfirmen immer noch nicht gelernt haben ihre vermeintlichen Top-Veröffentlichungen über das ganze Jahr zu verteilen, und sie deshalb weiterhin quartalsweise eine Lastwagenladung so genannter Megaseller in die Plattenläden karren, um dann verwundert festzustellen, dass drei von fünf Alben floppen, ja, dann ist es an der Zeit, sich mit aufstrebenden Newcomer-Bands zu befassen. Und zwar so lange, bis uns die nächste Top-Star-Welle überrollt.
Eine dieser jungen Bands, in diesem Fall noch ohne Plattenvertrag (!), heißt Black Rust und kommt aus der westfälischen Kleinstadt Ahlen. Das Quartett, bestehend aus Jonas Künne (Vocals, Gitarre, Texte), Julian Osthues (Gitarre, Vocals), Christoph Seiler (Piano) und Julian Jacobi (Kontrabass), hat sich dem akustischen Folk-Rock verschrieben und präsentiert dieser Tage sein erstes Album „So Much Weakness And I Lost My Sense“. Eingespielt unter der Aufsicht von Produzent Thomas Sawannia, im gerade bei Newcomern sehr beliebten Acoustic Sound Production Studio in Soest, entstanden 12 Songs in rein akustischem Gewand ohne technische Tricks und Schnickschnack.

Die meisten Stücke wurden als First Takes aufgenommen, sodass man bei „So Much Weakness And I Lost My Sense“ durchaus ein gewisses Live-Feeling verspürt, das die Songs in ihrer ganzen Klarheit zum tragen bringt und nicht irgendwelche Studio-Gimmicks in den Vordergrund stellt. So kann der geneigte Hörer in gepflegte Melancholie verpackte Melodien versinken („Notice from a mind“, „Song from the edge of bed“, „Loss of senses“) oder das feine Zusammenspiel von Akustikgitarre und Mundharmonika bestaunen („Untitled folksong“, „Picture of me“), bzw. zu beschwingten Piano-Harmonien, pumpenden Bass-Grooves und wilden Streichereinlagen in bester „16 Horsepower“-Manier („Prison song“) abrocken.

Die Instrumentierung der Songs ist durchweg interessant und als sehr professionell zu bezeichnen. Die Gesangleistung von Jonas Künne ist ohne Fehl und Tadel und erinnert das eine oder andere Mal an Dirk Darmstaedter (Me And Cassity, Ex-Jeremy Day), ist also bereits auf dem Niveau so manches Singer/Songwriter-Profis. Zwar leidet das Album in der ersten Hälfte etwas unter dem Gleichklang der einzelnen Stücke – hier fehlt einfach noch eine gesunde Mischung aus schnellen und balladesken Songs – doch die zweite Hälfte legt dann ohne Einschränkung das Talent der Musiker offen. Ob großartige Pianoballaden wie „Lost in your room“, „Notice from a mind“ und „Overdose”, ergreifende Lagerfeuerromantik („Autumn colours“) oder hymnische Uptempo-Songs („As one man took the strength“, „Footsteps“), Black Rust zeigen deutlich, dass hier keine x-beliebige Freizeitband am Werk ist, sondern eine ernstzunehmende Nachwuchsband auf Top-Niveau.

Das Album kann auch auf der [b bestellt werden. Schaut doch mal rein!

Anspieltipps:

  • Overdose
  • Autumn colours
  • Lost in your room
  • Notice from a mind
  • As one man took the strength
Neue Kritiken im Genre „Folk“
Diskutiere über „Black Rust“
comments powered by Disqus